Des Andreas Wissowatius einwürfe wider die Dreyeinigkeit. 265
„L.eibnirzen. Er gab ihm das Schreiben des lVissowatins,„und beschwor ihn, eine Antwort darauf abzufassen; welches„dieser denn auch in einem kleinen Lateinischen Werke that,„das den Titel führet: Die heil. Dreyeinigkeit, vertheidiget„durch neue logische Schlüsse (rail'cmnomens.) Und da zeigte„nun unser Gelehrter, daß es blos eine sehr mangelhafte Logik„sey, vermittelst welcher sich lVissowalius bey dieser Streitig-keit den Sieg zuschreiben könne; daß hingegen eine genauere„Logik den Glauben der Orthodoxen begünstige. Uebrigcns„war er nichts weniger, als der Meynung, daß man die Drey-einigkeit aus philosophischen Gründen erweisen müsse: er bauete„einzig dieses Geheimniß auf die göttliche Schrift, und glaubte„sehr weislich, das Beste in Ansehung desselben sey, wenn man„sich blos und allein an die geoffenbarten Worte und Aus-drücke hielte, ohne sich in wcilcre Auslegungen einzulassen;„weil sich doch in der Natur kein Exempel finde, welches dem„Begriffe der göttlichen Personen genau genug entspreche. Er„trug sogar kein Bedenken zu sagen, daß man sehr unrecht„handle, wenn man weiter gehe, und das Wort Person, und„andere dergleichen, auslegen wolle; als welches um so weniger„gelingen können, da dergleichen Auslegungen von den Erklä-rungen abhingcn. Das ist es denn mit kurzem, worauf seine„Zdccn über diese Materie hinauslaufen."
Zu dieser Stelle des Jaucourt ist nicht alles so, wie esseyn soll. Man erlaube mir also, ehe ich weiter gehe, einigeAnmerkungen darüber.
4. Das Chronologische darinn ist ganz falsch. Denn obschon auch Fontenelle, vor dem Iaucourr, die LcibnitzischcSchrift von welcher die Rede ist, in ebendasselbe Zahrgesetzt hat; ob schon selbst Fomenellen die ^.cw IZrnclilorumhierin» vorgegangen; obschon Ä.udovici und Zdrucker beide dasnehmliche nachgeschrieben: so kann es doch unmöglich seineNichtigkeit haben. (*) Denn L.eibnicz sagt in seiner Anredean Boinebnrgen: Il/it tveum in poloniam, l'i pateris, yuock
(°) Lloxe Ile I.«iliiu>2 psr I<'o>», — ^el» krmiu. Nlous. lul. t7t?.Dios'io i.eii»i. v. 3Z«. — Ludovici Historie der Lcit'iiitz. Philos. Th. I.I>. 8. 61.