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Zur Geschichte und Litteratur. Dritter Beytrag.
aufzuschlagen, welche sich vermessen, auch die sonderbarsten Män-ner, auch die seltsamsten Erscheinungen in der moralischen Welt,mir ein Paar Worten abzufertigen, und auf immer entwederzu brandmarken oder zu verklären.
So schreibt Isckcr. „Avam Ncuser, ein merkwürdiger„Apostata, war aus Schwaben gebohrcn, wurde in der Luthe-rischen Religion aufcrzogcn, bekannte sich aber nachgehcnds„zu der reformirten, und ging in die Pfalz , wo man ihn zu„Heidelberg bey der Petcrskirchc zum Prediger machte. Unge-achtet er viel Fehler an sich hatte, und sonderlich dem Trunke„sehr ergeben war, so brachte er sich doch durch den äusscrlichen„Schein eines gottseligen Eisers, und durch seine Beredsamkeit„bey dem Volke ein ziemliches Anschn zuwege. Als er aber„bey dem Churfürsten von der Pfalz, Friedrich III. in Un-„ gnade verfiel, ließ ihn selbiger von dieser Kirche wegnehmen„und an die Kirche zum heil. Geist in Heidelberg setzen, allwo„man ihm keine andere Amtsverrichtung verstattete, als die„Frühbetstundcn zu halten. Diese Degradation verursachte bey„ihm einen ungcmeincn Verdruß, deswegen er sich vornahm,„den Socinianismum, dem er schon viel Zahrc heimlich zuge-than gewesen, zu befördern. Er brachte zu solchem Ende„etliche Pfälzische Prediger auf seine Seite, und bemühte sich„nicht allein mit dem berühmten Socinianer, Georgio Dlan-„dram, welcher damals bey dem Woywoden von Siebenbürgen „Mcdicus war, eine schriftliche Eorrcspondenz aufzurichten, son-„dcrn auch sich, nebst den Seinigen, in des Türkischen Kay-„scrs, Sclim II, Schutz zu ergeben. Sein Hauptabschen lief„auf einen Syncrctismum zwischen der Mahomctanischcn und„Photinianischen Lehre hinaus. Er ging endlich gar so weit,„daß er an den Sultan Selim einen Brief schrieb, welcher„aber in des Churfürsten Hände kam, weswegen er gefangen„genommen und nach Ambcrg gcführet wurde. Doch sieben„Wochen hernach salvirte er sich zum andernmalc, begab sich„nach Constantinopel, und trat öffentlich zu der Mahomctani-„schen Religion, wurde aber zu nichts andern als zu einem„Chiaus gemacht. Er war ein wollüstiger Mensch, ein Trun-kenbold und ein rechter Atheist, deswegen er auch von den