.?s>8 Zur Geschichte nnd Litteratur. Dritter Beytrag.
acht Tagen, daß er keinem fremden Christen wollte gestatten etlicheTage hier zu bleiben, er habe dann solches dem Bascha zuvor ange-zeigt. Derohalben so wolle er dem Bascha solches vorbringen. Sobaldder Bascha höret, daß ich ein Deutscher sey, und Bücher drucken wollezu Tcmitschwar, schickt er alsobald nach mir, redet mich ernstlich an,spricht, ich sey ein Welscher und von ihren Feinden den Venedigcrnausgesandt, das Land zu verrathen. „Denn warum sprichst du, daßkein Welscher nicht seyest? hast du doch mit der Christen SchreiberWelsch geredet." Wir hatten mit einander Lateinisch geredet, welchesdem Bascha ist vorgetragen worden, als wenn es Welsch gewesenwäre. Darnach spricht er wieder zu mir, warum willst du Bücherbey uns drucken? hat es doch eigene Druckereyen in Siebenbürgen .Antwortete ich, wie daß der itzige Fürst oder Weyda nicht gestattenwolle, daß man etwas in der Religion Sachen druckte, auf die Weiswie es bey dem Könige ist gehalten worden. Darauf spricht der Ba-scha: wenn dem also ist, wie du sagst, so hat der Weyda schon widerseinen Eid gethan, den er Gott und unserm Kayser gethan hat; denner hat geschworen, daß er, sonderlich in ReligionSsachcn, wie es beydem König ist gehalten worden, nichts hindern wolle, so er aber dieDruckerey verhindert, so thut er wider seinen Eid; welches ich nichtglaube. Darum will ich, spricht der Bascha, dem Weyda von dirschreiben, was du in seinem Lande gethan hast, und wie du allhierausgäbest, daß er seinen Eid weder an Gott noch an dem Kayser ge-halten habe, dieweil du sprichst, daß er die Druckerey verbotten habe;mittler Zeit sollst du mein Gefangner seyn; so ich denn von demWeyda verstehen würde, daß du auf ihn gelogen hast, so bist du ge-wißlich ein Bcrräther; derohalben will ich dich nachmals dem Kaysergen Constantinopcl schickcu, der wird wohl aus dir bringen, wer duseyst, und ich will dich itzund bald auf solche Weis fragen lassen.^Und obgleich der Christen Richter, und andere Christen dazu redeten,und mich vertheidigten, wie ich von wegen des Wortes Gottes ausmeinem Naterlande vertrieben wäre, wie ich 36 Wochen wär gefangengelegen, und wie ich dieser Sachen halben schriftliche Zeugniß mitmir aus Siebenbürgen gebracht hätte, so half es doch nichts, ich mußtesein Gefangner seyn, und hieß die andern Christen abtreten. Da saheich in was Nöthen ich war; denn der Fürst in Siebenbürgen würddem Bascha nicht geschrieben haben, daß er die Druckerey verbotten