Adam Neiiscr, 369
hätte, sonst hätte er sich selbst schuldig gegeben, er würd auch solchesaufgenommen haben als eine Vertagung vor dem Bascha, und würdmir gewißlich keine gute Promotion geschrieben haben; sprach, Achlieber Gott, in Deutschland bin ich für einen Feind der Deutschen und für einen Freund der Türken gehalten worden, hier unter denTürken werd ich für einen Feind der Türken und für einen Feind mei-nes Vaterlandes geachtet, darum daß ich, so viel die Dreyfaltigkeitbelangt, nur Einen Gott geglaubt hatt, als wie die Türken, und ha-ben mich darum wollen ertödtcn. Darauf spricht der Bascha, wenndem also ist, daß du allein an den einigen Gott glaubst, der Himmelund Erden erschaffen hat, als wie wir, und bist darum von den Dei-nen für einen Türken gehalten worden, so beweis itzl solches mit demWerk; werd zu einem Türken, so sollst du nachmals zu drucken Machthaben wider deine Feinde alles, was dir gefällt; thust du aber solchesnicht, so hast du diese Gefährlichkeit zu erwarten, wie dir angezeigtist. Darauf antwortet ich, daß ich auch den Alkoran gelesen hätt,und einen Gefallen daran gehabt hätt, darum ich denn für einenTürken wäre gehalten worden. Sobald der Bascha diese Wort höret,spricht er, er wolle mich gen Coustantinopel dem Kayser schicken, daich noch ans den heutigen Tag bin, bey des Kaysers oberstem Dol-metsch, welcher ein Deutscher ist. Daß aber diesem also sey, habe ichauch des von Alba Julia Predigers in Siebenbürgen Brief Euch hier-bcy gelegt. Dieses hab ich Euch auf Eure erste Frag sollen antwor-ten, da Ihr begehret zu wissen, wie oder warum ich an dieses Ortkommen sey.
Aus diesem allen tonnet Ihr leichtlich sehen, daß ich kein blci^bcnde Statt in so viel Königreichen hab können finden, und derohal-den aus Noth gezwungen worden, durch einen öffentlichen Druckmeine Unschuld zu offenbaren. Wie es mir aber ob solcher Druckercyergangen sey, habt Ihr genugsam verstanden. Ihr thut mich auchfleißig ermähnen, daß ich wieder umwenden und mich wieder in meinVaterland begeben sollt, welches meines Erachtcns nichts anders wäre,dann sich .eben in den Tod hinein stüitzcn. Dann ich bin von glaub-würdigen Leuten mündlich und schriftlich berichtet, daß der Churfürstzu Heydelberg dem loanni L^Iuano habe den Kopf lassen abhauen,von wegen einer Schrift, die ich solte geschrieben haben. Denn alsoschreibt mir ein guter Freund zu: lZauäebaut ko, euilalo cru<1ei