382 Zur Geschichte i»id Litteratur, Driter Beytrag,
Allein, diese zweydcutigc Absicht auch bey Seite gesetzt; zu-gegeben sogar, daß seine Absicht augenscheinlich gewesen, nichtdie Wahrheit zu erforschen, sondern in Ueberzeugung der schonerforschten und gefundenen Wahrheit, wider die Gegner derselbenden grausamsten Feind zu verhetzen, und gemeinschaftliche Sachemit ihm zu machen: Eine Verantwortung bleibt ihm dennochübrig, die auf einmal den Ausschlag so völlig auf seine Seitegiebt, daß ich nicht absehe, was daraus zu antworten stehet.
Zch habe ihn geschrieben, sagt Neuser, diesen unglücklichen,so mißverstandenen Brief: aber ich habe ihn nie abgeschickt; ichhabe ihn keinem Menschen zu lesen gegeben; ich habe ihn durcheine eigenhändig beygefügte Clanscl, so gut als vernichtet; ichhabe von dem, was ich darinn zu thun vorhatte, wirklich dasGegentheil gethan.
Dieses sagt Neuser; und allem Ansehen nach, sagt er auchhiermit nichts als die lautere Wahrheit: oder es wäre doch einsonderbares Unglück für seine Gegner, wenn er die Wahrheitnicht gesagt hätte, und gleichwohl ihr eigenes Vorgeben seineAussage, itzt in den Augen der unvartheyischcn und kaltblüti-gen Nachwelt, so wahrscheinlich machte und bestärkte!
Denn man überlege doch nur. Wem soll Neuser seinenverräthcrischen Brief an den Türkischen Kayscr, in <wa tsslus,nach dem Alting, pluros vstv in lZermania ^risnso tacriom k»k-«llctos, yuibus ninil msZ'is in votis est'vt, yuain l'uregrmn No-imrcnae viam Iternoro in Imperio, ot cuin inla coniunF!; wemsoll er diesen Brief, in welchem er, wie die HeidelbergischcnTheologen in ihrem Bedenken sagen, (°) eine grimmige Kon-spiration rvider die ganze Christenheit anspinnet; wem soller diesen Brief zur Bestellung anvertrauet haben? Dem Sie-bcnbürgischcn Gesandten? Ihm, welcher clo inolintlo kooclerv(sind gleichfalls Altings Worte) eum Imneratorv et 0r<Z!niI,u8Imponi, mutuao tocuritstis av äelentionis vi'Ao, wider den Tür-ken, zu handeln, von seinem Herrn nach Speyer geschickt war?Ihm? Neuser müßte toll lind rasend gewesen seyn! Ihm, dernach Deutschland kömmt, um Hülfe gegen den Türken zu sn-
>°) Beym Struve S. 218.