Adam Neuscr,
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chen, einen Brief zu vertrauen, in welchem der Türke aufgemun-tert wird, je eher je lieber los zu schlagen! in welchem denTürkischen Waffen die beste Hoffnung gemacht wird! in welchemder Verfasser mit ausdrücklichen Worten dem Türkischen Kayscrschreibt, „Ich meines Theils will nach allem vermögen mit„Schreiben uns Vermahnen nichts unterlassen, damit sie,„die abgöttischen Christen, zum rechten Glauben bekehret,„Gottes Ehre gefördert, und Ewr. rNasestär Reich (dasTürkische Reich) erweitert werde!" Einen solchen Brief ei-nem Feinde des Türken zur Bestellung anvertrauen! Noch ein-mal: Ncuser müßte toll, er müßte rasend gewesen seyn. Oderwill man etwa sagen, ohne dieses gewesen zu seyn, habe Gott einen Mann, der ihn einmal verleugnet, allerdings so weit ver-blenden, und in seiner Verblendung so unsinnig handeln lassenkönnen? Das wäre wahrlich ein schönes Blümchen — abernur für die Kanzel. Der Geschichtschreiber verlangt Wahrheit,oder doch wenigstens Wahrscheinlichkeit. Eher würde es sichnoch hören lassen, wenn man sagen wollte, Neuscr habe diewahren Gesinnungen des Siebenbürgischen Gesandten auch wohlnicht gewußt. Da der Fürst von Siebenbürgen es zeither solange mit den Türken gehalten, so habe Neuscr nicht vermuthenkönnen, daß cr nun auf einmal von ihm abfallen wolle. Dochdem widerspricht Neuscr selbst, wenn er in seinem Briefe schreibt,daß es männiglich wohl bekannt gewesen sey, was der Sic-benbürgische Gesandte wolle; und wenn er Ort und Personennamhaft macht, (") wo und von wem er das nähere davon er-fahren habe. Wie konnte auch der Auftrag des Gesandten,überhaupt genommen, noch jemanden ein Geheimniß seyn, daer bereits zuvor in Prag dem Kayscr Eröffnung davon gemachthatte, und wie Istbuanfius schreibt, vbique a eaelsriamslumma laotitiiw tiAmLeationv, huacunhuk itor seoerit, v.x«zuit>'tisyuvlionorllius aufgenommen worden. Wenn also auch gleich eben-derselbe hinzusetzt: Ittlile <Iemuin, zu Speycr, wohin der Ge-sandte dem Kayscr folgen müssen, eaelsr loFationis loiiom etcapita ita cliseuskit, vt omu lnism teeretistimain esto vollet; nee
(°) Oben S. 374.
(°°) sm. Üb. XXINI. l>. öt7.