Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
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419
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Von Duldung der Teifun: Fragment.

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Abgötterey. Herr Sale sagt, daß die Ermahnungen zu gutenSitten und Tugenden, welche im Alkoran enthalten sind, undsonderlich die Ermahnungen zur Verehrung eines wahren Got-tes zum Theil so vortrefflich sind, daß ein Christ sie wolbeobachten möchte." Wie weit nun dieses auch Ncuser zuseiner Zeit bereits erkannt, würden wir mit Gewißheit sagenkönnen, wenn es den Herausgebern der Nonumentmum pals-tinorum beliebt hätte, uns seine Anmerkungen über den Alkoranmitzutheilen, die sie vor sich gehabt zu haben versichern.

2. Dennoch, muß ich hinzufügen, würde mich diese Bezie-hung auf Neiisern blos und allein nicht haben bewegen kön-nen, die mitgetheilte Stelle vor allen andern zu wählen, wennich nicht, in ihr auch einen besondern Punkt der Gelehrsamkeitauf eine ganz besondere Art berührt zu finden, geglaubt hätte.Zch meine hiermit, was der Verfasser von den piotol^tis portsein der alten Jüdischen Kirche behauptet. Nicht als ob die Sacheselbst nicht längst bekannt wäre: es ist blos die Anwendung aufunsere heutige Deistcn, die mir neu und ihm völlig eigen zuseyn scheinet. Sie hat etwas sehr blendendes, diese Anwendung;und ich wünschte um so mehr, sie aus den Quellen geprüft zusehen, je weniger ich meinem eigenen Urtheile in mir so frem-den Dingen trauen darf. Indeß dünket mich doch, daß, wennman schon zugeben müßte, daß diese protohti porwo nichts alsDeistcn gewesen, damit gleichwol noch nicht erwiesen sey, daßsie auch alle die Freyheit unter den Juden genossen, auf welchedie heutigen Deistcn unter den Christen Anspruch machen. Wennwenigstens der Verfasser selbst zugicbt, daß das Siebente derNoachischcn Gebote sie kcineswcges als ein Naturgesetz verbun-den habe, sondern nur hinzugefügt worden, um den Jüden keinAergerniß zu geben: so dürften sie leicht mehrcrn solchen Ein-schränkungen in Beziehung auf die herrschende Religion, der sienicht zugethan seyn wollten, unterworfen gewesen seyn. Fallssich nun dergleichen fänden: sollten wohl nicht aus ihnen Be-dingungen herzuleiten seyn, unter welchen sich auch die Christenkönnten und möchten gefallen lassen, Deisten in ihren Pfälenzu dulden? Aber unsere Deisten wollen ohne alle Bedingunggeduldet seyn. Sie wollen die Freyheit haben, die christliche

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