Vom Alter der Oelmalerey
aus dem
Theophtlus Presbyter.17 7 4.
Vorberlcht.
Ach theile nachfolgende Merkwürdigkeit, aus einem noch unge-druckten Werke des Thcophilus Presbyter, in der HerzoglichenBibliothek zu Wolfcnbüttcl, so vorläufig besonders darum mit,um zu erfahren, ob und wo sich etwa noch mehr Nachrichtenvon diesem Thcophilus, oder Abschriften von diesem seinemWerke, finden möchten, als mir bisher bekannt werden wollen.
Ich irre mich sehr, oder es ist von der äussersten Schätzbar-kcit. Denn es enthalt nicht allein, zu Aufklärung der Ge-schichte der verschiedenen darum abgehandelten und berührtenKünste, so viel wichtige, und in ihrer Gattung einzige Dinge:sondern es dürfte vielleicht auch auf die Art lind Weise selbst,wie diese Künste gegenwärtig geübt und betrieben werden, einenvorthcilhaften Einfluß haben. Nehmlich diesen, daß es Metho-den und Handgriffe beschreibt, die entweder itzt für verloren ge-halten, und als solche bctaurct werden; oder von denen eswohl noch zu untersuchen seyn möchte, ob sie wirklich alle durchoffenbar bessere nur verdrängt, und solchergestalt gleichsam mitWissen und Willen vergessen worden.
Etwas ähnliches ist uns, aus den ältern Zeiten, ganz undgar nicht übrig geblieben; und das Einzige dahin einschlagendeaus den mittlern Zeiten, welches XNuratori (^ntilzmtat. Italic.1. II. p. 366.) gerettet und bekannt gemacht hat, ist eine wahreArmseligkeit, die weder in Ansehung des Umfanges, noch inBetracht der Deutlichkeit und Zuvcrläßigkeit, mit der Schriftdes Thcophilus zu vergleichen stehet.
Mehr sage ich über diesen Punkt hier nicht: sondern kommezu meinem Vorhaben.
Messing.