i>2 Antiquarischer Mricfc cin und zwanzigster.
Es sey, daß die alten Künstler, so gut wie die neuern, inalle Arten von Edelsteinen schneiden können; es sc«, daß siewirklich in alle geschnitten haben. Zhrc Werke ans eigentlicheEdelsteine waren darum doch eben so selten, als dergleichen zuunsrer Zeit sind, und es ist blosse Dcclamation, wenn Hr.Klotz an einem andern Orte (°) schreibt, „daß jene Neigung„der Alten zu den Ringen mit geschnittenen Steinen, einen„bessern Geschmack anzeige, als man heut zu Tage habe, da„man blos geschlossene Steine, ohne daß die Erfindung oder„Arbeit des Steinschneiders sich aus eine Art daran gezeigt hatte,„die uns unterrichten oder ergötzen könnte, hoch schätzt, und„mit ungeheuren Summen bezahlt." — Dergleichen Steine,die man itzt mit ungeheuren Summen bezahlt, hielt auch dasAlterthum, wie ich schon erinnert habe, für viel zu gut, sievon der Kunst verletzen zu lassen. Auch schon vor Alters dünktees der Prachtlicbe von bessern? Geschmacke, dergleichen Steineals bloße Steine zu tragen; und nur denen von geringermWerthe, ließ man durch die Kunst einen höhcrn Werth ertheilen,ut aliki ars, alid! matoria ostl-t in Kretin. Und wahrlich so gehörtes sich auch! Denn wenn die Kunst nicht ausdrücklich, zurleichtern und glücklichern Behandlung, die kostbarere Materieerfodcrt: so ist es albern, und zeigt gerade von keinem Ge-schmacke, und zeigt von nichts, als einer barbarischen Verschwen-dung, diese kostbarere Materie dem ohngcachtct, vorzüglich vorder weniger kostbaren, aber zur Behandlung mehr geschicktenMaterie, zu brauchen.
Wenn folglich die Alten auch schlechterdings nie in Diamant,oder Smaragd, oder Rubin geschnitten hätten; wir Neuern hin-gegen hätten in nichts als solche Steine geschnitten: so würdedieses doch auf keine Weise cin Vorzug für unsre Künstler seyn;gesetzt auch, daß ihre Arbeit vollkommen so gut, als die Arbeitder alten Künstler wäre. Zwar gehört die Härte mit unterdie Eigenschaften, welche den Werth eines Steines erhöhen;
(-) S. 21.
(°°) ^Vliiis ueiinle gemm»« luxmiil viol»ri »ek-is Müivil, ae ne quissiünüinli cilufiim in snimliü esse inlelligerel, solulas imwil. Vilnius NI>.XXXIU. tecl. 6.