Antiquarischer Briefe ein und zwanzigster.
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uns eine weit grössere Zdce von diesem Künstler macht, als unsdie bisher von ihm bekannten Steine gewähren können. (*)
Der historischen Nachrichten von den alten Künstlern sindfreylich wenige. Dieses hindert aber nicht, daß nicht über ver-schicdne dem ohngcachtct vielerlei) anzumerken seyn sollte. Ueberden Dioscoridcs, z. E. oder wie wir ihn eigentlich schreiben soll-ten, Dioscuridcs; denn so hat er sich auf seinen Steinen selbstgeschrieben; so hat ihn Torrcntius in vcrschicdnen Handschriftendes Svctons geschrieben gefunden. Von den Steinen, die seinenNamen führen, hat man nicht wenige für untergeschoben zuhalten; und von denen, die man ihm nicht absprechen kann,werden vcrschiedne ganz falsch gedeutet. Die zwey Köpfe desAugustus beym Stosch, können keine Köpfe des Augustus seyn;der sogenannte Diomcdcs mit dem Palladio, stellt vielleicht ganzetwas anders vor; u. f. w.
Doch mit den Unterlassungssünden des Hr. Klotz muß ichmich ja nicht abgeben. Ich würde kein Ende finden!
Ein und zwanzigster Brief.
Lassen Sie sehen, was Hr. Klotz von der Materie, in welchediese Künstler arbeiteten, von den Steinen als Steinen, weiß.
„Die alten Künstler, schreibt er, gruben in alle Arten„von kostbaren Steinen. Maricttc sagt, daß er so gar schöne„Smaragde und Rubinen gesehen habe, in welche der Stein-schneider Figuren geschnitten. Aber dieses scheinet mir seltner„geschehen zu seyn, am fettesten mit dem Rubin, wegen seiner„Härte und grossem Werthe. Selten sind auch ihre Werke in„Sapphir . Am häufigsten brauchten sie zu hohlgcgrabnen Wcr-„ken den Carneol und Agath, von einer Farbe, so wie sie sich„bey erhabnen Werken der vcrschicdnen Agathonyche und Sardo-„ nychc bedienten."
Wie vieles wäre hier zu erinnern! Wie manches müßtegeändert und genauer ausgedruckt werden, ehe es von einemManne geschrieben zu seyn scheinen könnte, der in diesen Din-gen kein Fremdling ist.
(°) Uiul. ,,, S5t,
S. So.