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Antiquarischer Briefe ein und dreyßigstcr.
Harduin hatte den Einfall, anzunehmen, (°) daß dieserNaxischc Schiefer zwar wirklich in Cypern gebrochen, aber inNaxus auf Crcta vollends zu rechte gemacht, und von da nachRom gebracht worden, wodurch er seinen Bcynamcn erhalten.
Doch dieser Einfall empfiehlt sich durch nichts, als durch dieGutherzigkeit, auf seinen Schriftsteller durchaus keinen Fehlerkommen zu lassen. Ehe wir den Alten einen so unnöthigcnTransport von Cypern nach Crcta verursachen: dächte ich doch,wir liessen den Plinius sich lieber verschrieben haben. SolcheFehler können die Menge im Plinius seyn, und sind wirklichdarinn; obschon gewiß die wenigsten von ihm selbst herkommenmögen. Ganz anders ist es mit Fehlern, wie sie ihm Hr.Klotz aufheften will: mit Fehlern einer unbegreiflichen Unwissen-heit, der er so leicht hätte abhelfen können. Warum hättendie Cyprischen Schiefer nicht gleich in Cypern in die Form derSchleifsteine gebracht, oder zum Gebrauche der Steinschneiderin Pulver verwandelt werden können? Warum hätte man sieerst deswegen nach Naxus auf Crcta bringen müssen?
Endlich, was liegt daran, ob man den Narischcn Steinin Cypern oder in Creta gebrochen? Ich will ihn ja unsernSteinschneidern, eben so wenig als den Armenischen, statt desSmirgels, empfehlen: ich habe eine ganz andere Absicht, warumich seiner gedenke.
Genug, es war ein pulverisirtcr Schleifstein, dessen sich dieAlten zum Ausarbeiten ihrer Gemmen bedienten. Ein Schleif-stein, wiederhohlc ich: um meine Verwunderung damit zu ver-binden, daß man den Alten einen so allgemeinen Gebrauch desDiamantpulvers, anstatt des Naxium, anstatt des ArmenischenSchicfcrpulvcrs, andichten will.
Hr. Lippert wenigstens scheinet sich wirklich überredet zu ha-ben, daß das Diamantpulver den alten Steinschneidern ebenso gewöhnlich gewesen, als den unsrigen der Smirgel:^) denner entschuldiget diese, wegen des Gebrauchs des letztern, durchdie Seltenheit und Kostbarkeit der Diamantc; daher die wenig-sten zum Gebrauche des Diamantpulvers angeführet werden
t") I. c.
s°°) Vorb, der Dakt. S. 34.