Antiquarischer Briefe ein und dreißigster.
nen finde; und was man den Cyprischcn Diamant gcnennt,das sey nichts als der Cyprische Schleifstein. Ueber den son-derbaren Mann! Wozu denn nun alle diese Verdrehungen?Kann denn nicht eben dieselbe Znscl beides, Diamante undSchiefer, hervorbringen?
Doch, warum will ich blosse Möglichkeiten gegen ihn an-fuhren? Cypcrn hat wirklich Diamante, und noch itzt sind dieCyprischcn Diamante unter dem Namen der Diamante vonBaffa bekannt.
Ich weis wohl, daß die Kenner diese Diamante nicht sorecht für ächte wollen gelten lassen. Aber eben dieses macht esum so viel wahrscheinlicher, daß Plinius die nehmlichen gemeinthabe. Denn auch die Cyprischcn Diamante des Plinius sindihm von dcr schlechteren Gattung; weder so hart noch so klar,als die Aethiopischcn, Arabischen und Makedonischen.
Ein und drcnßigster Brief.
Ich wollte in meinem Vorigen von dem Cyprischcn Schiefer 'sprechen; (denn alle Schleif- und Probiersteine gehören uutcrdie Schicferarten, und nur ihr besonderer Gebrauch giebt ihnenden besondern Namen:) und kam auf die Cyprischcn Diamante.Ich wollte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, den Sal-masiuS zu widerlegen. Merken Sie unsere Weise? Wir wider-legen immer die am liebsten, aus denen wir das meiste lernen.Aus einem kleinen Stolze, meine ich, daß wir doch etwas besserwissen, als sie. Oder meinen Sie, vielmehr aus Dankbarkeit,damit sie wiederum etwas von uns lernen mögen? —
Mit dem Meursius, der einen andern Fehler in dcr Stelledes Plinius findet, dürfte ich nicht so bald fertig werden. Ersagt, das Naxium sey nicht von Cyprischcn sondern von Creti-schen Schiefern gemacht worden; Plinius habe Crcta für Cy-pcrn schreiben wollen; denn nicht auf Cypcrn, sondern aufCreta liege ein Naxus. («) Und es ist allerdings wahr, daßbey andern Schriftstellern, Narischer Stein durch Schleifsteinaus Creta erkläret wird.
(°) «Vliri lid. II. esp. s.
IS. cirei«! Ii,-> I. esp. IS.