Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
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270
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Andreas Scultetus.

oesterlicke (Lrmmphposaune bey mir zuerst;' und wundertensich nicht weniger als ich, von dem Virtuosen selbst nirgendsdie geringste Spur zu finden.

Ich schäme mich, Ihnen zu gestehen, wie viel Zeit undMühe ich angewandt, unter der unendlichen Menge SchlesischerGelcgcnhcitsdichtcr aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts,den Namen meines Sculcems irgendwo wieder ansichtig zuwerden. Endlich war ich so glücklich, noch ein Paar andereGedichte von ihm auszntrcibcn, die ans Vorfälle zu Brcslaueben daselbst, theils in dem nehmlichen zwey und vierzigsten,theils in dem nächstvorhergchendcn Zahrc, verfertiget und ge-druckt waren. Doch auch diese gaben mir von dem Verfasserselbst weiter kein Licht, bis ich noch auf ein anderes, an den be-kannten Christoph Lolcrus, damaligen Conrcctor des Gymnasiizu St. Elisabeth in Brcslau, gerieth, in welchem er sich füreinen Schüler desselben bekennet; worauf mir endlich auch einekurze poetische Condölenz an den Buchhändler Jacob in Brcs-lau, über den Verlust seiner Gattinn, aus dem Jahre 1640. vonihm aufstleß, die ich unter ähnlichen Condolcnzcn vcrscyicdnerGymnasiasten zu erblicken glaubte.

Der Vermuthung, die ans beiden diesen Umständen erwuchs,war leicht aus den Grund zu kommen. Hr. Arletius hatte dieGüte, die Matrikel des gedachten Gymnasii für mich nachzu-schlagen: und siehe da! so fand es sich wirklich. Der Dichter,dem ich so lange nachgespürct hatte, war ein junger Gymnasiast;und alles, was ich zum Theil mit so vielem Vergnügen vonihm gelesen hatte, waren Versuche eines Schülers. Die Ma-trikel besagte, daß sein Vatcr ein Schuster in Buntzlau gewesensey, und daß er den 25. August 1639. auf das Gymnasiumnach Brcslau gekommen, wo er von dem Rektor Ellas 5Na>orinscribiret worden. Ich könnte Ihnen aus eben der Quellenoch sagen, wo er zu Brcslau gewohnt hat: aber ich wünschtelieber, daß ich Ihnen sagen könnte, was in der Folge aus ihmgeworden. Allem Vermuthen nach muß cr, entweder noch aufder Schule, oder bald auf der Universität, gestorben seyn.Denn ich glaube nicht, daß andere Umstände, als der Tod, sofrühe und so besondere Talente so gänzlich wurden haben