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8 (1839)
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Andreas ^cultetuS.

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U»d ihr begehrt amioch dem Schlaft nachzuhängend

Seyd angemahnet, wacht! O träge, weil ihr schnaubt,

Wird dieser, dem ihr dient, von euch hinweg geraubt.

Sie schlummern aber fort. Ach, denkst du, was zu machen?

Die Jünger treiben Schlaf, die Pharisäer wachen,

Mein Hauptbeschirmer zürnt. Ihr werdet mich forthin

Sobald nicht wiedersehn; blickt, weil ich bey euch bin,

Einmal noch munter auf! O unglückhafte Stunde!

Seyd ihr doch wider mich, vermeyn ich, auch im Bunde,

O Falsche! klagst du laut. Das Herz im Leibe bricht,

Und schmelzt für Traurigkeit; beym Vater gelt ich nicht,

So sind die Junger taub: hat alles sich empöret?

Wird mein Befehlswort ganz von keinem nicht gehöret?

Und, was für Klagen mehr dein Trauergeist gespürt,

Auch durch den matten Mund gen Himmel abgeführt,

Sey so dahin gestellt. Jetzt nimmst du an den Zweigen,

Die um dich ringsherum sich ehrerbietig neigen,

Dich auzustciffen vor, weil du nicht weiter Kraft

Allein zu wandeln hast. ES rinnt ihr süßer Saft

An deiner Hand herab, ihr Stärkung einzugeben,

Die sonst im Beten sich noch einmal aufzuheben,

Richt sattsam Macht gehabt. Du gehst gemach, gemach,

Mit Schmerzen überhäuft den Oelbaumlaubcn nach,

lind auf den Betört zu. Indessen ruft der Flammen

(5rzabgott, Lucifer, sein Nabenvolk zusammen,

Das aus dem Fcuersumpf, auch bis auf einen, gar

In dieser JndaSnacht heraus gelaufen war.

Die Stadt Jerusalem war damals ihre Hölle,

Und gab dem Schlangenvich ans allen Dächern Stelle.

Das eben kam gesammt, wcitschritiig, ans (Scheiß

Des Alleroberstcn, gewandert in den Kreis,

Den Belial umschrieb. Der FeuerSbrunsten Speyer,

Der alte Drachenkopf und Feldherr aller Geyer,

Hub Donnerwetter an, sprüt eine» Waldvoll Staub

Und Loderfunkcn aus. WaSZ brüllt er, wird der Raub,

Den unsre Tapferkeit vor Zeiten weggetragen,

Uns also lüdcrlich, von einem abgeschlagen,