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Vermischte Schriften. Erster Theil.
Was die Übersetzungen in neuere Sprachen anbelangt: soglaube ich, daß die französische die einzige ist, die eine ganzvollständige ausweisen kam,. Und zwar eine doppelte, eine inProsa und eine in Versen; und diese doppelte noch dazu voneinem und eben demselben Manne. Doch da dieser Mann derAbt Marolles ist, so fällt alle Ursache weg, die Franzosendarum zu beneiden. Einzelne Stücke sind die Menge auch inalle andere Sprachen übersetzt worden, denen es nicht ganz anPoeten fehlet. Daß sich eine ziemliche Anzahl spanischer Über-setzungen, von einem iümanuel Ve Salmes, in des K.orenzoGracian ^rto äc-Ingenio finden, merke ich deswegen an, weilsie sich der Kenntniß sowohl des Antonio und Velazque;,als, welches eben so sehr zu verwundern, unsers mit der spani-schen Litteratur so genau bekannten Ucbersctzers des letzter»,entzogen zu haben scheinen.
IV.
P r i a p e i a.
Ist es wohl noch vergönnt, so wie es ehedem mehr alseinem ernsthaften Manne vergönnt gewesen, zur kritischen Be-richtigung dieser unsaubern Thorheiten einige Zeilen zu verlieren?Doch warum nicht? Da sind sie doch einmal: und besser istüberall besser. Kann sich hiernächst kein Arzt mit Schäden be-schäftigen, ohne seine Einbildungskraft mit dem Orte, oder denUrsachen derselben zu beflecken?
Ich habe ein Paar Handschriften von ihnen überlaufen, inwelchen ich verschiedene bessere Lesarten angetroffen, als in dengedruckten Ausgaben sämmtlich zu finden. Ich denke, daß hiergerade der rechte Winkel ist, in welchen ich so etwas, aufNothfall des Gebrauchs, hinwerfen, oder in Entstehung allesGebrauchs — wegwerfen kann.
1. Die eine dieser Handschriften ist hier in der fürstlichenBibliothek, und führet den Titel: pudlii VirFlIii IVIaronis t?o vitaet moildus I^mnlaconvrum lidor. Sie ist auf Papier, undkann nur kurz vor Erfindung der Druckcrcy geschrieben seyn.So offenbar fehlerhaft sie an vielen Stellen ist, so hat sie dochwiederum andere, an welchen in ihr auf einmal ein Licht auf-