Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
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512
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Vermischte Schriften, erster Theil.

V.

Griechische Anthologie.(1)

Zch will hierunter sowohl das Werk des Planudes als desRephalas verstanden wissen. Wenn das letztere eben dieselbeAnthologie ist, welche seit den Zeiten des Salmaslus so oft unterdem Namen der ungedruckten angeführet und genutzct worden:so haben wir es dem Hrn. D. Reiste zu verdanken, daß siedieses Beyworts zum größten Theil nicht weiter bedarf. Wennich aber hinzusetze, daß beide Anthologicen diesem würdigen Ge-lehrten noch mehr zu verdanken haben möchten; daß es ihmgefallen möchte, uns auch seines scharfsinnigen Fleißes über dieplanndische nicht zu berauben: so mag er bedenken, daß esMänner giebt, von denen man um so viel mehr fodcrt, jemehr sie gutwillig leisten. Ich wüßte wenigstens nicht, wodurcher seine so großen Verdienste um die gcsammtc griechische Litte-ratur stolzer krönen könnte, als durch die Erfüllung diesesWunsches. Und doch muß ich mich gegen- ihn schämen, diesenWunsch gethan zu haben, so lange sein patriotischer Eifer, derleider mehr als uneigennützig hcisscn muß, wahrlich nicht zurEhre unserer Zeit und unsers Vaterlandes, fortfährt, so wenigUnterstützung zu finden.

(2.)

Es ist aber, selbst nach der Bemerkung des Hrn. D. Reisre,so gewiß nicht, daß die Anthologie des Rcphalas, welche eraus der leipziger Abschrift herausgegeben, die von dem hcidcl-bergischcn, nun vatikanischen Manuskripte genommen worden,die einzige noch jetzt vorhandene ungcdruckte Anthologie ist.Seine Vermuthung von dem barbcrinischcn Kodex, welchenHolstein und Allatins gebraucht, scheinet sehr gegründet zuseyn(°): und welch ein Glück wäre es, wenn sich in diesem,wenigstens nur die unverfälschte Anthologie des Agachias fände,und mit der Zeit an das Licht käme. Schon aus ihr, wenndenn nun auch die ursprünglichen Sammlungen des Meleager

(°) ?r-»k»t. ail äulll. coun. i>. XIX.