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Vermischte Schriften. Erster Theil.
lind die Ausleger sind äußerst uneinig, wie dieses«^«^-x hier zu übersetzen; ob durch «mulaerum, oder siZnum,oder torma, oder inclicium, oder tolatium. Ich glaube aber,«)/«^>.« soll das ^o-xvov der Anytc ausdrucken; denn beidesbedeutet eine Bildsäule, und der Dichter hat gar wohl die aus-gesteckte Fackel, mit Anspielung auf die Ausstellung der wirklichenBildsäule der Göttinn der Liebe, ein Bild der Liebe nennenkönnen. Folglich wäre die erste Uebersctzung, durch llmulacrum,die richtigere; oder wenn man ja sigvum dafür brauchen wollte,so mußte es doch nur in dem Verstände geschehen, in welchemdieses Wort, nicht für ein Zeichen überhaupt, sondern für eineArt von simulacrls genommen wird, und das Beywort I-üwdilo,welches Rromayer dabey für nöthig erachtet, wäre eben soüberflüssig als falsch.
Auf welchen von solchen Ufcrtempcln der Venus das eineoder das andere dieser Epigrammen eigentlich gehe, ist nicht zubestimmen. Es gab deren an den Küsten von Griechenland und den Inseln des ägeischcn Meeres mehr als einen, wie ausverschiedenen Stellen des Pausanias zu ersehen.
(9.)
Nicht minder reich an dergleichen, sonst nirgends vorkommen-den Nachrichten und Erläuterungen ist die Anthologie des Re-phalas. Eine einzige dieser Art, was für grundgelehrten undwundersinnreichen Muthmaßungen kann sie nicht auf einmal denGaraus spielen, z. E.
Wer war wohl der Glyb'on, dessen in den bekannten Zeilendes Horaz,("°)
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gedacht wird? Allem Ansehen nach, ein berühmter Athlete zuden Zeiten des Dichters. Mehr ergiebt sich von ihm, aus derStelle selbst, nicht: aber wie wenig ist das für einen Ausleger,der Gelehrsamkeit zeigen soll! Hemsius erinnerte sich, bey dem
(°) Vvr. 8.
(°°) KW, l. KM. I. V. S8,