β g Die Kunst im Alphabet.
allmählige sein; wir können zu neuen Formen nurkriechen. Praktischer Weise nehmen wir ein Alpha-bet und verändern es gemäss unsern Bedürfnissenoder Neigungen, ohne uns — das sei Regel —viel in die Lesbarkeit zu mischen. Mancher mages wohl, wenn er weiss, was er will, lesbarermachen, es auch in andern Richtungen bessern;aber um dies verständnissvoll zu thun, muss eretwas von der Abstammung der Schrift wissen, aufwelcher er weiterbaut. Deshalb erschien mir derGegenstand werth*,' ihn in solcher Ausführlichkeithier zu behandeln.
Beim Zeichnen eines Alphabets — wenn Zeichnenkein zu anspruchsvolles Wort ist für eine Vornahme,welche kaum viel mehr sein kann als eine Variationfeststehender Formen — ist wohl zu berücksichtigen,dass die Buchstaben systematisch behandelt werdenmüssen. Sie erscheinen eher alle wie aus einerFamilie, wenn wir sie von einer Quelle herleiten.Aber weshalb sollten wir nicht die Rassen kreuzen,wenn wir dabei den Stamm veredeln können?Doch ein Alphabet darf auch nicht zusammengesetztaussehen. Der Künstler hat die Freiheit, zu thun,was er kann; aber die Probe auf den Erfolg ist,ob seine Schöpfung aussieht, als ob es so sein mussund nicht anders hätte sein können.
Warum aber, frägt man, sollte sich Jemandmit dem Zeichnen von Schrift abmühen, da er dochdie Type fertig zum Gebrauche hat, welche so viel