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monie nicht Discordanz zwischen dem An-sich und der Er-scheinung in mathematisch-physikalischem Betracht ergiebt.« 1 )Die Empfindungen stehen in einem notwendigen Verhältniszu gewissen Bewegungen und so können schon deswegenRaum und Zeit nicht blos subjektiv sein. 2 ) Rein subjektivsind nur die Qualitäten der Empfindung als solche, imweiteren Sinne sind aber auch sie Symbole von realen Vor-gängen von Bewegungen. Raum und Zeit entspringenweder aus den Dingen, noch aus dem Subjekte allein,sondern »sie sind das gemeinsame Resultat subjektiver undobjektiver Faktoren, deren Beitrag ermittelt werden kannund mufs.« 3 ) Sowie es keine reinen Anschauungen giebt,so ist auch die Annahme apriorischer und reiner Denk-formen unbegründet; wir können niemals die Denkgesetzevöllig von einem Inhalte abstrahieren. Wohl enthält jederBegriff, ein »apriorisches« Element, insofern nämlich, als dieErkenntnis des Wesentlichen in den Dingen nur mittelstder Erkenntnis des Wesentlichen in uns gewonnen werdenkann.« 4 ) Ein von aller Erfahrung völlig unabhängiges Er-kenntniselement ist ein Unding; in diesem Punkte stimmtUberweg mit Schleiermacher überein.
7. Eduard von Hartmann.
In dem Werke »Kritische Grundlegung des transcen-dentalen Realismus« polemisiert Hartmann gegen die Apriori-tätslehre Kants. Es gilt ihm zunächst als erwiesen, dafs dieErkenntnis des Apriorischen bei Kant nicht selbst apriorischerArt ist, sondern durch innere Erfahrung und Reflexion überdieselbe gewonnen wird. 5 ) Die Beweisführung Kants für
») i. c. S. 87.2 ) !. c. S. 71.8 ) 1. c. S. 89.4 ) 1. c. S. 129.
6 ) Krit. Grundleg. d. Transcendental. Realism., 1875. Vorr. XVI.