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aber auch nicht Beschaffenheiten der Substanz als solcher(Kraft) sondern nur ihres Daseins (Äufserung), nicht Sub-sistenz-sondern Existenzformen. l ) Die Axiome der Mathe-matik sind nicht wegen ihrer — »cum grano salis« zuverstehenden apodiktischen Gewifsheit, sondern wegen derin ihnen enthaltenen allgemeinen logischen Formenapriorisch. -) Diese Apodiktizität hat ihren Grund darin,dafs die mathematischen Urteile nur für die formalen Ver-hältnisse eines an sich gleichgültigen Materials gelten, dassich jeder stets in derselben Weise reproduzieren kann. ;i )
Die Kategorien kann man wohl als subjektive Anlagenansehen, nicht aber als apriorische, fertige Mechanismenzu bestimmten Leistungen. 4 ) Sie haben nicht nur subjektiveGültigkeit, wie Kant behauptet, ihre Bestimmtheit sprichtdagegen. 5 ) Soll zwischen den Daseinsformen und den aufeine bestimmte gegebene Anschauung anzuwendenden Denk-formen Übereinstimmung zu Stande kommen, so müssendie in der Anschauung gegebenen Merkmale vermittelst desEmpfindungen erzeugenden Kausalprozesses abhängig seinvon den Daseinsformen der transcendentalen Ursachen. EinBeweis dafür ist das Gefühl der Nötigung, welches wir beiAnwendung bestimmter Kategorien auf bestimmte Anschau-ungsformen haben. Die Kategorien sind Denkformen,welche a priori, d. h. vor Fertigstellung der Erfahrungfunktionieren, deren wir uns aber erst durch Abstraktion ausder vollendeten Erfahrung isoliert bewulst werden können. 7 )Apriorisch sind die Kategorien als unbewufste logischeFormen, für das Bewufstsein aber werden sie nur durch die