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Erfahrung gegeben. J ) Gerade dieser Apriorität wegen sindDaseins- und Denkformen übereinstimmend, im entgegen-gesetzten Falle wäre wahre Erkenntnis unmöglich. '-') NachHartmann geht die Vernunftkritik auf nichts anderes aus,»als die Grenzen des Idealismus zu durchbrechen und zumRealismus durchzudringen,« was ihr aber nur sehr weniggelungen ist, da die Kategorien Kant's nur subjektiveGültigkeit haben und nicht dazu dienen können, Bestim-mungen der transcendentalen Objekte zu sein. ■')
Laas nennt sich selbst einen Positivisten und erklärt,er vertrete den Relativitäts-Standpunkt des Protagoras. AlsGrundlage alles Philosophierens nimmt der Positivismus nurThatsachen an und erblickt das Wesen der Erkenntnis inder logischen Bearbeitung der durch die Wahrnehmung ge-botenen Data. 4 ) Allem Idealismus im Sinne des Rationalis-mus, mit seinen mannigfachen inneren Widersprüchen stelltLaas sich feindlich gegenüber; insbesondere setzt er sichmit der Erkenntnistheorie der Kant'schen Schule auseinanderund kommt dabei zu folgenden Resultaten.
In Bezug auf das Apriori Kant's ist eine dreifache Be-deutung r> ) desselben zu unterscheiden: i. allgemein undnotwendig, 2. was vor aller Erfahrung vorhergeht, 3. was imSubjekte begründet liegt. Die absolut unbezweifelte Apo-diktizität der mathematischen Erkenntnis vermag Kant nuraus der Apriorität und Subjektivität von Raum und Zeit zuerklären. Gegen die Cohen'sche Apologie Kant's , Raum undZeit seien bei ihm nicht fertig, sondern lägen nur im Be-
') 1. c. S. 126.
2 ) 1. c. S. 133—35-
3 ) 1. c. S. u, 17.
4 ) Ideal, u. positivist. Erkenntnistheorie, 1884. S. 407.r ') 1. c. S. 330.