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Idealismus führen würde.') Die von Kant als Beweisgrundangeführte Uniformität der Anschauungsformen ist weiternichts als eine fundamentale Thatsache , da wir gar keinenGrund haben, »von den Formen der Anschauung jemalsandere Gesetze zu erwarten, als diejenigen, die wir beständigan ihnen konstatieren.« 2 )
Kant's Annahme der Subjektivität unserer Anschauungs-formen ist nach Laas ein Residuum des Leibniz 'schen»intellectus ipse« und ist nirgends durch ihn bewiesen. 3 )Für den Positivismus bedeutet die »wohlverstandene« Ide-alität von Raum und Zeit, dafs alle räumlichen und zeitlichenObjekte diese Beschaffenheit nur in ihren Relationen zueinander und zuletzt zu dem centralen Standpunkte des er-kennenden Subjektes besitzen. 4 ) Bios subjektiv und indi-viduell sind für Laas nur die Gefühle, dagegen ist der ganzeEmpfindungsinhalt ursprünglich objektiv, nicht Modifikationdes Ich, sondern des Nicht-Ich. r ')
Kants Annahme reiner Verstandesbegriffe ist falsch.Das Merkmal der Notwendigkeit ist kein Beweis für dieApriorität der Kategorien, da Notwendigkeit selbst eineKategorie ist.") »Reine« Verstandesbegriffe sind Undinge;es ist undenkbar , dafs ein Inhalt in eine absolut fremdeForm eingehen soll, wir müssen für alle räumlich-zeitlichenLokalisationen zwingende Motive in den Empfindungsdatenselbst annehmen. T ) Die Notwendigkeit und Allgemeinheitder Kategorien ist eine empirische, durch Induktion auffind-bare Regel, der Verstand schreibt der Natur nicht Gesetzevor, sondern wird sich nur der im Gegebenen präformierten
l ) 1. c. S. 444.
') 1. c. S. 447.
») 1. c. S. 448.
') 1. c. S. 450.
5 ) 1. c. S. 453-
•) 1. c. S. 469.
7 ) 1. c. S. 474.