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zeugung, dafs die allgemeinste Form des Bewufstseins, dasBewufstsein xorr 6§o%/ ; 'j>, eine Synthese oder vielmehr syn-thetische Identität ist. ] ) Nur dadurch, dafs das Bewufst-sein in seinen Bethätigungen sich stets als identisch mit sichselbst erkennt, ist es im Stande, das Gegebene um sich alsCentrum zu ordnen, indem es seine eigene Identität in dieObjekte hineinverlegt. Die blofse Succession reicht zur An-schauung der Zeit allein nicht aus; die Zeitvorstellungkommt erst dadurch zustande, dafs das Subjekt in seinereigenen Identität beständig einen festen Punkt in der Auf-einanderfolge der Empfindungen behält. So ergiebt sich ausder Verbindung der Identität des Bewufstseins mit der Folgeder Erscheinungen die Dauer als der wesentlichste Bestand-teil der ausgebildeten Zeitvorstellung. 2 )
Alle diese Ausführungen endigen mit dem Resultate,dafs Raum und Zeit aus zwei Elementen bestehen, dereneines gegeben ist in der Coexistenz und Succession derEmpfindungen und reale Bedeutung hat, weil es aus derbestimmten Mannigfaltigkeit der Empfindungen abstrahiertist und nicht aus irgend einer Form des Bewufstseins ent-springt. Das andere Element besteht in der Identität deserkennenden Subjektes mit sich selbst, in einem synthe-tischen Akte, der die Mannigfaltigkeit der Empfindungenerst zu den fertigen Raum- und Zeitvorstellungen macht.So sind beide »empirische Grenzbegriffe, deren Inhalt ingleichem Grade für das Bewufstsein, wie für die Wirklich-keit selber giltig ist.« 3 )
Das Prinzip der Identität ist aber für Riehl nicht nurein wesentlicher Faktor für die Entstehung der An-schauungsformen, es ist auch die Quelle unserer Grund-begriffe.
Wenn etwas a priori erkennen soviel heifst, als aus') 1. c. S. 78.
2 ) 1 c. 2. Kap : »Entstehung und Bedeutung der Vorstellungenvon Zeit und Raum.8 ) 1. c. S. 73-
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