habe, das will ich an dieser Stelle vor den erwählten Vertreterndes deutschen Volkes wiederholen: Meine ganze Kraft und meineganze Person sollen der Ausgabe gehören, die mir in dieser un-erhört ernsten und schweren, aber auch unerhört großen und stolzenZeit zuteil geworden ist.
(Beifall.)
Äber eines bin ich mir dabei klar: die allererste Voraussetzungerfolgreichen Wirkens auf diesem schweren Posten ist das Ver-trauen und die Unterstützung aller zur Mitarbeit Berufenen. Amdieses Vertrauen und um diese Mitarbeit möchte ich Sie ein-dringlich bitten. Ich werde mit schweren Fragen an Sie heran-treten müssen, mit Fragen, die gewaltige Interessen auf das tiefsteberühren. And das weiß ich im voraus: ich werde nicht immerdas Glück haben, mit Ihnen allen einer Meinung zu sein,
(Heiterkeit)
schon deshalb nicht, weil Sie ja unter sich selbst nicht die Ge-pflogenheit haben, immer am selben Strange zu ziehen und dieSchuhe über den gleichen Leisten zu schlagen.
(Zustimmung und große Heiterkeit.)Aber ich hoffe, ein Äauch des Geistes, der, seit die große Stundegeschlagen hat, durch alle deutschen Lande und alle deutschenÄerzen geht, wird auch die künftigen Meinungsverschiedenheitenund Jnteressenkonflikte auf meinem Arbeitsgebiete abmildern. Ichweiß sehr wohl, daß die Gegensätzlichkeiten der Weltanschauungenund der materiellen Interessen auch durch diesen Krieg nicht ausder Welt und aus dem deutschen Volke verschwinden werden.Ich weiß sehr wohl, daß Sie nicht darauf verzichten können undnicht darauf verzichten dürfen, die Anschauungen und InteressenIhrer Kreise, Ihrer Berufsstände, Ihrer Parteien zu vertreten.And ich glaube, das ist gut sol Was Lebenskraft hat undwachsen will, muß sich rühren und wehren. Reibung erzeugtWärme — das gilt auch im Leben der Völker! Nur darf dieaus dem Leben geborene und Leben spendende Wärme nicht zumzerstörenden Fieber und zur verheerenden Feuersbrunst werden.Der wohltätige Widerstand, der hier eingeschaltet werden muß,
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