mehr beschränkte sich der Finanzminister darauf, vom Oktober anSchatzscheine mit einer Laufzeit von drei bis zwölf Monaten, jenach Wahl der Abnehmer, zum freihändigen Verkauf zu stellen.Das sind die sogenannten „öons 6e w äetenZe nationale", fürdie man in Frankreich nach dem Finanzminister Nibot den kür-zeren Namen „Nikotins" geprägt hat. Diese „Nikotins" wurdendann gewissermaßen nach der Elle verkauft,
(Heiterkeit)
wie das Geschäft gerade ging. Wieviel davon insgesamt abge-setzt worden ist, wieviel inzwischen wieder fällig geworden ist, istnicht genau in Erfahrung zu bringen. Ich habe mir Mühe ge-geben, nachzurechnen und abzusetzen, was an Schatzscheinen be-reits vor dem Krieg im Umlauf war, und bin auf einen Betragvon rund 2 Milliarden Franken gekommen als Betrag neuenGeldes, der bisher Frankreich aus seinen finanziellen Operationenaus dem Inlandsmarkt zugeflossen sein kann. Selbst im günstigstenFall bleibt die Gesamtleistung des französischen Marktes für denKrieg bisher weit hinter derjenigen des von Frankreich bishergering geschätzten österreichisch-ungarischen Marktes zurück.
Der weitaus größte Teil der finanziellen Last wird in Frank-reich von der Zentralbank, von der Bank von Frankreich , ge-tragen, die von der Regierung veranlaßt worden ist, ihr einenKredit von nicht weniger als 6 Milliarden Franken zu eröffnen.
(ÄörtI hörtl)
Freilich in der allerjüngsten Zeit hat sich die französischeFinanzverwaltung zu einer größeren Aktion aufgeschwungen, zueiner Aktion, die in manchen Zügen unserer eigenen Kriegsanleihenachgebildet ist, z. B. darin, daß der Betrag nicht limitiert wurde,sondern daß ein unbegrenzter Betrag zum Angebot gelangte.Diese Anleihe, die sünfprozentig ist und in spätestens zehn Jahren,vielleicht aber schon in fünf Iahren, zurückgezahlt werden soll,wurde zu 96,S°/„ nominal aufgelegt; aber es wurde ausdrücklichbedungen, daß die Zinsen halbjährlich vorausbezahlt werden sollten,so daß bei der Zeichnung gleich ein Betrag von 2^2 °/o abgezogenwurde, also die Zeichner nicht den Nominalkurs von 96,540