Staaten den lebhaften Wunsch hatten, den stärkeren englischenBundesgenossen etwas intensiver finanziell zu fruktifizieren. Derrussische Finanzminister, Herr Bark, begab sich also auf Reisen.In Paris traf er sich mit seinen französischen und englischenKollegen. Die Presse des Dreiverbandes erging sich einige Wochenlang in tiefgründigen Betrachtungen über die Dinge, die jetztkommen sollten. Daß eine gemeinschaftliche Anleihe desDreiverbandes zustande kommen werde, daß auf diese Weise— in der Sprache der französischen Presse zu reden — „dieEinheit des Handelns
(Heiterkeit)
auch auf finanziellem Gebiet sanktioniert werden würde", standaußer Zweifel. Nur ob der Betrag der gemeinschaftlichen An-leihe 15 Milliarden Franken oder 20 Milliarden Franken odergar 1 Milliarde Pfund, also 20 Milliarden Mark, betragen sollte,schien noch einer Diskussion zu unterliegen. Die drei Finanz-minister haben sich während mehrerer Tage gründlich ausge»sprechen. Aber ausgerechnet von diesem Moment an verfiel diePresse des Dreiverbandes in ein rätselhaftes Schweigen. Trotzdemwissen wir, wie die Dinge gelaufen sind; denn Lloyd George selbsthat im britischen Parlament eingehend über die Ergebnisse derfinanziellen Konferenzen Bericht erstattet.
Das Wichtigste dieser Ergebnisse ist nun, daß der Planeiner gemeinschaftlichen Anleihe, den Rußland und Frankreich zuverwirklichen strebten, an dem Widerstand Englands gescheitert ist.
(Hört! hört!)
Lloyd George führte im Unterhaus mit der anerkennenswertenOffenheit, die ihn auszeichnet, aus, daß ein solches Gemeinschafts-geschäft den Kredit des bestgestellten Staates, d. h. Englands ,auf das Niveau des schlechtestgestellten Staates, d. h. Rußlands ,herabbringen werde,
(Heiterkeit)
also sei es besser, jede der drei Großmächte sorge für ihre eigenenBedürfnisse soweit wie möglich im eigenen Lande
(Zuruf)
42