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[1] (1915) Reichstagsrede am 10. März
Entstehung
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es wäre besser so; nur soweit ein Geldbedarf für Käufeim Ausland in Betracht komme, sei eine gegenseitige Unterstützungin Erwägung zu ziehen.

Die nähere Betrachtung zeigt nun allerdings, daß diese Gegen-seitigkeit etwas einseitig gedacht ist; denn unter den Käufen imAusland, für die man sich gegenseitig unterstützen will, sind haupt-sächlich russische Käufe in England zu verstehen.

(Heiterkeit.)

Für solche Käufe sollen Rußland von England und Frankreich zusammen 50 Millionen Pfund Sterling zur Verfügung gestelltwerden, d. h. Frankreich soll gestattet werden, englische Lieferungenan Nußland finanzieren zu helfen. England kommt also beidiesem Handel nicht zu kurz.

(Heiterkeit.)

Vorläufig sind allerdings von den 5V Millionen, von denen inParis die Rede war, nur zehn in London zur Zeichnung aufge-legt worden, in Paris überhaupt noch nichts, und die Londoner Zeichnungen sollen nicht übermäßig gut gegangen sein.

Auch in einem anderen nicht unwichtigen, ganz interessantenPunkte zeigte sich England hilfsbereit. Russische Kaufleute sindan englische Kaufleute stark verschuldet. Der Rückgang desNubelkurses, durch den der englische Handel schwer leidet, ist fürRußland ein begreiflicher Schmerz. England hat sich bereit ge-funden, dem Rubelkurs aufzuhelfen, indem es sich für seine Kauf-leute an Stelle der unbezahlten Rubelwechsel russischer KaufleuteSchatzwechsel der russischen Regierung ich nehme an, daß sieauf Gold lauten sollen geben ließ.

(Hört! hörtl)

Schließlich aber hat sich England gesagt, daß alle diese seineLeistungen eine Gegenleistung verdienen, und man hat unschwereine Gelegenheit für die Verbündeten gefunden, sich erkenntlichzu zeigen. Englands finanzielle Rüstung hat seit einiger Zeitangefangen, einen schwachen Punkt zu zeigen, den man inEngland nicht ohne Sorge betrachtet. Das ist der relativniedrige Goldbestand der Bank von England . Er ist

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