Druckschrift 
[1] (1915) Reichstagsrede am 10. März
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

irgendwie nennenswerten Beträge hinein. Ihr Goldbestand istheute fast noch der gleiche, wie er bei Beginn des Krieges war.

Die Bank von England schließlich hat es durch die An-wendung der Gewaltmittel, von denen ich bereits gesprochen habe,also durch den Griff in die Goldreserve Indiens, durch die Herein-nähme des Goldbestandes der ägyptischen Nationalbank und desGoldbestandes der belgischen Nationalbank, durch die freundlicheAufnahme der russischen 8 Millionen, durch die Einrechnung vonGold, das in Kanada, in Südafrika und in Australien liegt,durch alle diese Mittel hat sie es allerdings fertig gebracht, ihrenGoldbestand von ungefähr 40 Millionen Pfund zu Kriegsbeginnbis auf 72 Millionen Pfund im November des vorigen Jahreszu steigern. Aber seit dieser Zeit ist ein unaufhaltsamer und kaumunterbrochener Rückgang eingetreten bis auf 59 Millionen Pfundnach dem letzten Ausweis.

(ÄörtI hörtl)

Sie werden nun verstehen, warum der britische Schatzkanzler sichbei der Pariser Konferenz von seinem russischen und französischenKollegen eine Unterstützung für die Bank von England ausbedungenhat für den Fall, daß deren Goldbestand unter ein gewisses Mini-mum, unter einen gewissen anständig hohen Punkt herabgehensollte. Rußland und Frankreich sollen England helfen, dasGold für die Bezahlung seiner amerikanischen Einfuhr auf-zubringen !

(Sehr gutl)

Nun ist die absolute Äöhe des Goldbestandes oder auchdessen Bewegung an sich noch kein ausreichendes Kriterium fürdie Stärke und für die Leistungsfähigkeit einer Notenbank. Aberauch in jeder anderen Beziehung steht unsere Reichsbank an ersterStelle. Ich will nur einen Punkt erwähnen. Nach den letztenAusweisen, Ende Februar und Anfang März, betrug die Gold-deckung der Noten und der sonstigen täglich fälligen Verbindlich-keiten bei der Reichsbank 35,2°/«, bei der Bank von FrankreichZ1,5°/o und bei der Bank von England weniger als 30°/«.

(Äört! hört!)

47