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[1] (1915) Reichstagsrede am 10. März
Entstehung
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Dabei steht bei uns eine Abbürdung der Inanspruchnahme derNeichsbank durch die zweite Kriegsanleihe in naher Aussicht.

Meine Herren, der gute Stand der Neichsbank wird auchnicht beeinträchtigt durch die Tatsache, daß neben den Neichs-banknoten Darlehnskassenscheine sich in Amlauf befinden.Der Betrag der ausgegebenen Darlehnskassenscheine beläuft sichzurzeit auf rund 770 Millionen Mark bei einer autorisiertenAusgabe von 3 Milliarden. Der ausgegebene Betrag ist kaumgrößer als derjenige, den die englische Negierung ihrerseits anStaatsnoten in Amlauf gesetzt hat. Von dem ausgegebenenBetrage liegen übrigens bei uns etwa 200 Millionen Mark inder Neichsbank selbst, so daß sür den freien Verkehr der Amlaufnur etwa 570 Millionen Mark beträgt, gewiß keine Summe,die im Verhältnis zu den übrigen Zahlen, die ich Ihnen hiervorgetragen habe, irgendwie beängstigen und erschrecken kann.Die günstige finanzielle Situation, wie sie sich in den Ausweisender Reichsbank spiegelt, erfährt ihre Bestätigung durch allerleiWahrnehmungen aus dem allgemeinen Geldverkehr. Der Marktzeigt eine große Geldflüssigkeit; bei den Großbanken haben dieEinlagen, die in den Wochen der Anruhe bei Kriegsausbruchdurch Zurückziehung aus dem Publikum stark angegriffen wurden,in den letztverflossenen Monaten wohl durchweg eine erheblicheSteigerung erfahren und, soviel mir bekannt ist, bei einzelnenInstituten geradezu Rekordziffern erreicht.

Das gleiche sehen wir bei den Sparkassen. Die Einlagenbei den deutschen Sparkassen waren am Ende des Jahres 1914um nicht weniger als 900 Millionen Mark höher als ein Jahrzuvor.

(Lebhafte Rufe: Äört! hörtl)Dieser Zunahme um 900 Millionen Mark bei den deutschenSparkassen steht bei den französischen Sparkassen ein Abgang um120 Millionen Franken gegenüber.

(Äört! hörtl)

Der Monat Januar allein da kommen ja nun Mieten, Zinsenund ähnliches mit in Betracht hat bei den deutschen Sparkassen48