nach einer vorläufigen Berechnung eine Zunahme in der kolossalenSumme von 390 Millionen Mark erbracht,
(hört! hörtl)
während in Frankreich der Rückgang sich fortsetzt. And bei derBeurteilung der Zunahme für das Jahr 1914 dürfen Sie über-dies nicht vergessen, daß unsere Sparkassen und die Einlegerunserer Sparkassen sich in großem Amfange an der Zeichnungder ersten Kriegsanleihe beteiligt haben, daß allein mehr als800 Millionen Mark bei unseren Sparkassen auf die Kriegsanleihegezeichnet worden sind.
Die Ursache dieser auf den ersten Blick erstaunlichen Ent-wicklung ist, daß unsere Volkswirtschaft sich in geradezu wunder-barer Weise dem Kriege angepaßt hat, daß ferner die großenZahlungen des Reiches für den Krieg so gut wie ausschließlichdem inländischen Verkehr wieder zufließen, sei es direkt durch dieBezahlungen für Lieferungen an die Landwirtschaft, an die In-dustrie usw., sei es indirekt durch die Auszahlung der Besoldungenim Felde, die ja dann durch Sendungen unserer Truppen zumgrößten Teil wieder nach Deutschland zurückkommen. Es liegtalso hier ein Kreislauf vor, und zwar nicht etwa ein circulusvitiosus, sondern ganz im Gegenteil ein sehr gesunder und wohl-tätiger Kreislauf, ein Kreislauf, der uns hoffen läßt, daß auchdie Zeichnung auf die zweite Kriegsanleihe den notwendigen vollenErfolg bringen wird.
Meine Herren, nach allen diesen günstigen Momenten darfich einen Punkt nicht übergehen, in dem die feindliche Kritik, dieKritik in der Presse des feindlichen und teilweise auch des neutralenAuslandes, am stärksten einsetzt, um unsere Finanzkraft zu dis-kreditieren. Dieser Punkt ist der ungünstige Stand unsererauswärtigen Wechselkurse. Ich hatte in den letzten Wochenund Monaten häufig Gelegenheit, mit Finanzleuten neutralerLänder zu sprechen, und zwar auch mit solchen, die es mit Deutsch-land zweifellos gut meinen und die uns wohlwollen. Äberallkonnte ich feststellen, daß der Stand unserer auswärtigen Wechsel-kurse, der den Ausländern als Entwertung unserer Reichsmark
Selfferich, Kricgsfinanzcn 4 49