erscheint, die Leute etwas kopfscheu gemacht hat. Das Faktumist nicht zu leugnen, daß wir heute in unserem deutschen Geldden Schweizer Franken , den holländischen Gulden, die skandi-navische Krone und den amerikanischen Dollar höher bezahlenmüssen als in normalen Zeiten. Man darf hier den Kopf uichtin den Sand stecken, sondern muß versuchen, die Zusammenhängezu verstehen und, wo es nötig ist, für Aufklärung zu sorgen.Ich möchte deshalb auch hier von dieser Stelle aus, von der ausman weithin gehört wird, dasjenige ungefähr sagen, was ichmeinen besorgten neutralen Freunden gesagt habe. Meine Herren,die Entwicklung der ausländischen Wechselkurse steht nach meinerAnsicht in gar keinem Zusammenhang mit der inneren Stärkeunserer finanziellen Position.
(Sehr richtig!)
Sie beruht lediglich auf gewissen technischen Momenten unseresauswärtigen Verkehrs. In normalen Zeiten kann Deutschland alle seine Verpflichtungen an das Ausland, insbesondere sürseinen Warenimport, reichlich decken durch Forderungen aus seinemWarenexport und durch die Zinsen seiner ausländischen Kapitals-anlagen. Die Unterbrechung unseres Verkehrs mit den über-seeischen Gebieten macht es uns unmöglich, die dort anwachsendenZinsen, Dividenden usw. einzuziehen, wenigstens für den weitausgrößten Teil. Sie wissen, daß Deutschland große Kapitals-anlagen und große Wertpapiere liegen hat in Ländern, mit denenwir heute im Kriegszustand stehen, namentlich in England , unddiese Kapitalsanlagen stehen unter Sequester. Die Forderungen,die wir an Zinsen und Dividenden haben, sind gesperrt. Dazukommt, daß Deutschland in der .Hauptsache Rohstoffe undNahrungsmittel importiert, die schon in normalen Zeiten usance-gemäß in bar bezahlt werden oder in kurzfristigen Wechseln,während der größte Teil des deutschen Exports aus industriellenProdukten besteht, für die lange Buchkredite gewährt werden.So hat z. B. auf Rußland die deutsche Maschinenindustriekolossale Summen laufen, die zurzeit vollständig uneintreibbarsind. Das Mittel, die Forderungen des Auslandes an uns durch
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