Ich habe hier im August die gesamten Kriegskosten ausnahezu 300 Millionen Mark pro Tag geschätzt. Das reicht heutenicht mehr aus. Meine Ziffern kommen heute aus 320 bis 330 Mil-"rwnen pro Tag; die monatlichen Kriegskosten kommen damit andie 10 Milliarden Mark heran, die jährlichen Kriegskosten aufnahezu 120 Milliarden Mark.
(Äört! hört!)
Meine Äerren, 120 Milliarden Mark, das ist die Ää'lste des ganzenöffentlichen und privaten, beweglichen und unbeweglichen französi-schen Nationalvermögens, wie es vor dem Kriege stand.
(Äört! hört!)
Von diesen gewaltigen Kriegskosten entfällt auch heute noch etwasweniger als zwei Drittel auf unsere Gegner und etwas mehr alsein Drittel auf uns und unsere Verbündeten.
In der Äöhe der laufenden Kriegskosten hat England miteinem Tagesbedarf, der drüben kürzlich erst wieder von Mr. As quithmit 100 Millionen Mark angegeben worden ist, uns wohl endgültigüberholt. Ich hoffe nicht, daß wir den Engländern bis zu dieserÄöhe nachkommen werden.
Auch was den Gesamtbetrag der bisher aufgelaufenen Kriegs-kosten anlangt, dürfte England heute dicht vor uns an erster Stellestehen, und sein Vorsprung wird sich wohl rasch vergrößern.
Wenn Sie Aufwand und Erfolg vergleichen, so werden Siefinden, daß nicht nur auf dem Felde der Schlachten, sondern auchauf dem Gebiete des Geldes mächtigere Faktoren entscheiden alsbloße Zahlen. Wir geben mit unseren Bundesgenossen nicht vielmehr als halb so viel aus wie der Verband unserer Feinde, undich glaube, ohne unbescheiden zu sein, sagen zu können, daß wir mitdieser geringeren Summe doch wesentlich mehr erreicht haben.
(Lebhafte Zustimmung.)Ich habe aber nicht den Eindruck, als ob das doppelte Gewichtder finanziellen Last unsere Gegner deshalb etwa weniger gedrückthabe. Wir brauchen uns nur ein Bild davon zu machen, wie dieverschiedenen Kriegführenden bisher mit der Aufbringung diesergewaltigen Mittel fertig geworden sind.
Wir in Deutschland und unsere österreichisch-ungarischenBundesgenossen haben den größten Teil unseres Kriegsgeldbedarfsdurch langfristige Anleihen decken und konsolidieren können. Vonden Gegnern ist dies bisher nur England gelungen, aber nicht ent-
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