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2 (1915) Reichstagsrede am 20. Aug. u. 14. Dez.
Entstehung
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fernt in demselben Maße wie etwa uns. Bei ungefähr gleichem Ge-samtaufwands für den Krieg hat England bisher 18,5 MilliardenMark etwa, wir dagegen haben 23,5 Milliarden Mark durch lang-fristige Anleihen gedeckt. Frankreich , das bisher nur einengeringfügigen Betrag seiner Kriegskosten durch zehnjährige Obli-gationen, alles übrige durch kurzfristige Kredite beim Publikumund bei der Bank von Frankreich aufgebracht hat, macht erst jetzteine verzweifelte Anstrengung mit einer zu sehr niedrigem Kursaufgelegten 5°/igen Anleihe, auf die ich gleich noch kommen werde.Dieser Anterschied in der Art der Deckung der Kriegskosten ist der-jenige, den ich in die erste Reihe rücken möchte.

Der zweite Anterschied ist: Wir haben bisher unseren Geld-bedarf für uns und für unsere Verbündeten so gut wie ausschließlichim Inlands gedeckt, haben aus dem unversieglichen Brunnen unsererheimischen Arbeitskrast geschöpft. Ansere Feinde waren genötigt,in großem Amfang auf die Geldquellen des Auslandes, insbesondereder Vereinigten Staaten , zurückzugreifen.

Dritter Anterschied: Wir haben unsere Geldbeschaffung nacheinem einheitlichen und einfachen großen Plan durchgeführt, dabeidie Bedingungen für das Reich von Schritt zu Schritt verbessertund den Erfolg von Schritt zu Schritt vergrößert.

(Bravo I)

Von Anfang an haben wir den 5°/igen Anleihetyp gewählt. DieAusgabekurse sind, wie Ihnen bekannt, 97,5, 98,5 und 99 Prozentgewesen, und der Ertrag stieg von 4,5 auf 9 und etwa 12,2 MilliardenMark. Bei unseren Gegnern dagegen sehen wir ein Suchen und Tasten,sehen Verlegenheitsmaßnahmen und, was das Wichtigste ist, einefortgesetzte Verschlechterung der Bedingungen der Geldbeschaffung.

Ich will nicht zu tief in die Einzelheiten eingehen und deshalbnur von England und Frankreich , den finanziell wichtigsten unsererGegner, sprechen.

Frankreich hat bisher während des Krieges mehr als ^Mil-liarden Franken aufgenommen. Sie werden die Musterkarte sehen,nach der das geschehen ist. Mehr als 7,5 Milliarden Franken hates bei der Bank von Frankreich geliehen, 75 Millionen Franken beider Bank von Algier , 8 Milliarden 350 Millionen in kurzfristigenLons 6e 1a 6ekense nationale mit verschiedener Laufzeit, 3660 Mil-lionen in Form von zehnjährigen OdliZations cke 1a ckekense natio-nale, über eine Milliarde im Wege verschiedener kurzfristiger Kredit-

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