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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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gerade den unschätzbaren Dienst geleistet, die Nachtheile derSäumuiß deutlich zu machen und zur Energie anzuspornen,bleibt an dem heute beinahe überwundenen Zwischcnstadiumeigentlich nichts zu bedauern. Die Anfechtungen, welche demgroßen Werke im Innern, die Zweifel, welche ihm im Aus-lande gcgcnübcrgctrctcu, werden nach der Hand nur dazudienen, das Selbstvertrauen der Nation zu befestigen unddie falschen Propheten zu entlarven. Anch die Fremden,welche sich zum Echo dieser Prophctcu gemacht, werden ihnenuicht dankbar sein. Die unbefangenen uutcr dcu sachver-ständigen Ausländern habcu ihucn vou voruhcrciu miStraut.Auf der letzten pariser Confcrcuz der Latciuischcn Münz-convcntion versicherten zwar einige Redner, daß die deutscheMünzrcfarm als gescheitert zu betrachten sei; allein dieschweizer Dclcgirtcu haben keinen Anstand genommen, indem amtlichen Berichte an ihre Regierung diese Auffassungals eine vollständig irrige hinzustellen.^) In keinem Landevielleicht ist uns so lebhaft verdacht worden, wie in derSchweiz , daß wir uicht die Fraukcurcchnnug angenommen,aber kein Zeugniß spricht so sehr wie das in den schweize-rischen Acten über die Müuzfrage niedergelegte zu Gunstendes Weges, den wir zur reinen Goldwährung eingeschlagen.ES kann nicht schwer sein, von dieser Erkenntniß auch zuder zu gclaugcu, daß es reiue Thorheit von nns gewesenwäre, das Frankcnsystcm anzunehmen. Wir werden im

5) Der Bericht (S. 14) sticht sich ausdrücklich auf das bei mirdarüber eingeholte Gutachten, und ich bin dem Berichterstatter, Hru.Fecr-Hcrzog, besonders dankbar, daß er ans diese Weise mein uner-schütterteS Zutrauen im kritischsten Zeitpunkte actemnäßig festgestellt bat.