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eine Verlegenheit im Punkte der baaren Zahlmittel bereitet,auch die Wirthschaft jedes Einzelnen erschüttert. Wir habenseit hundert Jahrcu kciu Land, wie mächtig es immer ge-wesen, in einen schwierigen Krieg verwickelt gesehen, ohnedaß sein Geldsystem dadurch in Verwirrung gebracht wordcuwäre. Die reichsten, mit Naturgaben am glücklichsten aus-gestatteten, mit angehäuften Schätzen und gewerblichen Fähig-keiten am üppigsten ausgerüsteten Länder, England, Nord-amerika, Frankreich, so gut wie Oesterreich, Nußland, Italien haben jähre- und jahrzehntelang sich Hülflos im förmlichenStaatsbankrott, der Papicrzahlung, hcrumgeqnält, wennKämpfe nach innen oder nach außen den politischen Bestandins Schwanken brachten. Ja die neueste französische Kricgs-erfahrnng kann sogar in dem Sinne aufgefaßt werden, daßeine vorausberechnende Staatswcisheit sogleich im Beginneines Krieges nicht übel thut, aus purer Vorsicht, uoch ehedie Nothwendigkeit dazn zwingt, die Baarzahluug einzustellenund Papier als Geld aufzunothigcn, damit für den eigent-lichen KricgSbedarf und den Fall der Noth das Metall demöffentlichen Schatze gesichert bleibe. Wenn aber unbczwcifclbarMünze im internationalen Sinne nur als vollwichtiges undvollwcrthigcs Geld verstanden werden soll, so heißt mit einemStaate eine Münzconvcntion abschließen nichts anderes alsihn verpflichten, daß er weder einen Krieg noch eine Revo-lution noch vielleicht eine Miscrnte erleben soll — ein Ver-sprechen, so thöricht von sciten des Gebers wie des NchmcrS,uud daher doppelt thöricht, wenn, wie bei wechselseitigerVerpflichtung, jeder Theil Geber und Nchmcr ist. -
Um in Fragen der öffentlichen Geldvcrfassnug nicht vonder richtigen Spnr abzukommen, ist cö unerläßlich, die doppelte