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aus dem Verfahren unserer beiden Kaufleute leicht abzusehen.Lassen wir zunächst dieses Geschäft sich vor unsern Angcnzu Ende spielen. Die beiden Leute waren sich, um einenfesten Boden für ihre Unterhandlung zu gewinnen, jederim stillen darüber klar geworden, daß er mit 81 Mark100 Franken schaffen könne und umgekehrt. Das kaufmännische,jedem erreichbaren Vortheil nachspürende Interesse des Wcin-käufers ist also darauf gerichtet, etwas weniger Mark als81 für 100 Franken zu zahlen, das des Gctrcidevcrkäufcrs,etwas mehr als 81 für 100 Franken zu erhalten. So ent-steht der Kampf um den Wcchselcnrs, dessen Nuhepunkt in81 steht. Nun könnte zunächst einer dem andern vorrechnen,was er an Unkosten und Gefahren erspart, wenn er dasGeschäft durch Compcnsation ans dem Papier erledigt, stattGoldstücke zu schicken oder kommen zu lassen. Das wärenPorto, Assccuranz, Umprägungskostcn, Commissionen u. s. w.Aber in allen diesen Sachen sind beide Theile gleichgestelltund jeglicher hat dieselben Nachtheile und dieselben Vortheilezu gewärtigen. Ihre Argumente heben sich mithin gegenseitigans und sie kommeu wieder auf den alten Paricurs zurück.
Nun sagt aber der Danziger: Lieber Freund, Sie mögenmir noch so scharf vordcmonstrircn, daß ich beim Herziehenvon Napoleons gerade so viel Unkosten habe, wie Sie beimHinschieben von Doppclkroncn; es bleibt mir immer nochein besonderes und ganz unwidcrlcglichcs Argument demIhrigen gegeuüberzusctzen: Mein Nachbar, der Bankier, gibtmir für je 100 Franken, in einem Wechsel ans Bordeauxgezogen, 81Mark (die Verhandlung spielt im Juni 1875).Das ist allerdings eine ultima ratio, noch stärker als dieberühmte der Kanone. Das Mehrgcbot bestimmt den Preis.