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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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Danach findet dic Aussage sich bestätigt, daß ein hoherWechselkurs aufs Ausland unfehlbar eine mangelhafte Aus-gleichung selbst im Punkte der gcsammtcn Zahlungen undnicht blos im Waarcntausche nachweist.

Ist nun damit ein letzter Aufschluß gegeben?

Antwort: Ja und Nein, je nach der Gcldvcrfassung desLandes. Im Lande der vollwcrthigen einfachen Währungtrifft alles vollkommen zu; im Lande der entarteten oder derdoppelten Währung können wir von allen diesen Rückschlüs-sen keinen Gebrauch machen.

Im Lande der vollen einfachen Währung treibt der Wechsel-kurs, wie wir gesehen, wenn er ans einen gewissen Punktgekommen, das baare Geld nach außen. Dadurch entstehtim Jnlande Mangel an Geld und die Crcditbcdingungenverschärfen sich, die Preise der Wertpapiere gehen herab.Den Kapitalisten muß der hohe Wechselkurs aufs Auslandbestimmen, seine von auswärtigen Eingängen herrührendenForderungen zu verkaufen und sie zu Anlagen in den vor-thcilhaftcr gewordenen Anlagen des Inlandes zu verwende»;derselbe Umstand hält ihn ab, seine Kapitalien ins Auslandzu senden.

Aber die ganze Kette dieser Wirkungen ist unterbrochen,wcnu das im Jnlande umlaufende Geld nicht zur Verscu-duug ans Ausland zn brauchen ist. Der Wechsel kann dannsteigen, auch über die ohnehin ihres Sinnes beraubte Pari-tät, ohne daß die Menge dessen, was innerhalb der Grenzennoch Geld ist, an Vorrath abnehme, ohne daß die Crcdit-bcdingnngen sich verschärfen, ohne daß die Geldanlagenhohcrn Zins abwerfen.

Daher kommt es, daß in Ländern mit voller einfacher