139
Währung dic lcitcndcn Banken am Zinsfuß eine Handhabebesitzen, um dem Steigen der Wechselcursc aufs Auslandentgegenzuarbeiten; im Lande der entarteten oder der dop-pelten Währung bleibt ihre Anstrengung fruchtlos.^') Dasminderwertige Geld, bestehe es nun als einfache Währungoder als das eine Glied der Doppclwährung, wird vomAuslande nicht begehrt, bleibt im ersten Fall in seiner Fülleunangetastet oder tritt im zweiten Falle an dic Stelle desabfließenden hohcrwcrthigcn.
Man konnte diesen Vorgang noch vor wenigen Monatenbei uns beobachten.
Als um dic Mitte dcs Jahres 1875 die Ausfuhr unsersNcichsgoldcs iu wachscudcm Maßstabe zunahm, versuchtedic Preußische Bank , die Wechsclcurse aufs Ausland zudrücken, indcm sie ihren Zinsfuß hinaufsetzte. Allein damalserreichte sie nichts damit. Der Zinsfuß im freien Verkehrfolgte nicht, oder kanm um eine Schwcbung. Es war jaGeld genug da. Uuscr Silber reizte niemand, die damalsnoch bestehende Fülle unserer Banknoten, die nnr gegenSilber cinlösbar waren, noch weniger. Diese zusammenbildeten dcn Stamm des umlaufenden Geldvorrates, und daer unangetastet blieb, so ging dic Bank mit ihrer Zinsstei-gcrung voran wic cin Trommler, dem die Soldaten nichtfolgen. Anch dcr Wcchsclcurs fiel nicl)t und die Goldaus-fuhr hörte nicht auf. Erst andere Umstände, namentlichdie stärkere Einziehung der Banknoten, mußten zutreten,um eine Wendung zum Bessern herbeizuführen. Die Zins-bcstimmungen einer lcitcndcn Bank haben nnr Wirkung,
Bgl. hicvübcr „Die Zettelbcmk", 8. Abschnitt.