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wenn sie ihren Sinn dcn thatsächlichen Zuständen entnehmen.Geht das Gold aus einem Lande, wo es den einzigenGeldvorrath bildet, so wirkt die innere Tendenz des Geld-marktes den Verfügungen der Bank in die Hände, und dieGegenwirkung bleibt nicht aus. Haben wir einmal die reineGoldwährung, so werden die Zinscrhöhungcn der Ncichsbankauch dem Goldabflnß steuern. In dem hybriden Zustande,in dem wir um die Mitte des Jahres noch verkehrten,verfehlten sie ihre Wirkung. Die Besserung, die wir seitdemerlebten, ist die erste Wirkung unserer thatsächlichen starkenAnnäherung an den reinen Goldumlauf.
In dem Lande, dessen Währung nach der Seite derAusfuhr zu gelähmt ist, gibt daher nicht einmal der sonstdie Lage so scharf verrathende Stand des Wcchsclcurses einezuverlässige Andeutung über den Stand der Balanz zumAuslande. Die Waarengeschäftc können Schuldner sein,während die Kapitalisten fortfahren, Geld im Auslandeanzulegen.
Ist dabei die Währung nach Seite der Mctallzusuhr innormaler Verfassung, so läßt sich aus ihrer hier allen Ein-drücken zugänglichen Bcwcgungsfähigkcit der Rückschluß aufdcn Gang des Handels machen. Während die active Seiteder französischen Währung, man könnte sagen ihr motorischerNcrvenapparat, durch dcn Zwangscurs gelähmt war, blicbihre passive Seite, ihr sensibler Ncrvcnapparat, der Mög-lichkeit des Zuströmcns von Gold offen, und aus der That-sache , daß er fortwährend neues Gold aufnahm, konnte mitGewißheit gefolgert werden, daß ein Ucberschuß vou For-derungen ans Ausland vorhanden war. Die Lähmung desmotorischen Apparats war so lange gleichgültig, weil seine