Der Ausbruch des Weltkrieges
geplante Vorgehen eine elementare Notwendigkeit ge-wesen. An Kompensationsobjekten fehlte es nicht; manbraucht nur an die albanische Frage zu denken. Und derVorteil eines von vornherein sich klar und unzweideutigauf die Seite der Mittelmächte stellenden Italien wäre,wenn man den Kriegsfall ernstlich ins Auge faßte oder garden Kriegsfall herbeiführen wollte, eine Kompensationwert gewesen. Es scheint mir hier in der diplomatischenVorbereitung des Krieges eine Unterlassung vorzuliegen,die nur erklärlich ist aus dem festen Vertrauen der deut-schen Staatsmänner in die Erhaltung des Friedens.
Auch wirtschaftlich ist in jener Zeit nichts geschehen,was nach Vorbereitung für einen Krieg ausgesehen hätte.Man hat nichts getan, um unsere Bestände an Nahrungs-mitteln und kriegsnotwendigen Rohstoffen, wie Stick-stoff, Wolle und Baumwolle, Kupfer, Nickel, Kautschukusw. aufzufüllen; man hat keinen Finger gerührt, umauch nur die Einfuhr der in Antwerpen und Rotterdammit Bestimmung für Deutschland lagernden Waren einiger-maßen zu beschleunigen. Man hat im Gegenteil geduldet,daß noch kurz vor Kriegsausbruch Nahrungsmittel undkriegswichtige Stoffe unsern Gegnern zugeführt wordensind, insbesondere daß noch im Monat Juli große Quan-titäten von Brotgetreide aus dem Reichsgebiet nach Frank-reich ausgeführt wurden.
Ist ein solches Verhalten denkbar bei einer Regierung,die einen Krieg herbeiführen will? — Die Frage beantwortet
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