Der Ost- Friede
scharfen Politik beharren werde, Österreich- Ungarn sichveranlaẞt sehen würde, mit Rußland einen Separatfriedenabzuschließen. Diese Erklärung ist in Berlin nicht ohneEindruck geblieben und hat wesentlich dazu beigetragen,daẞ Kühlmann sich damals behaupten konnte.“
Die Wirkung des Eingreifens der Obersten Heeresleitungwar, daß bei der Beratung über die mit Rußland zu re-gelnden Einzelfragen Herr von Kühlmann im Einverständ-nis mit dem Grafen Czernin am 27. Dezember 1917 einenVorschlag für die Artikel 1 und 2 des mit Rußland ab-zuschließenden Friedensvertrages machte, der im wesent-lichen besagte:
1. Rußland und Deutschland erklären die Beendigungdes Kriegszustandes. Deutschland würde bereit sein,sobald der Frieden mit Rußland geschlossen und die Demo-bilisierung der russischen Streitkräfte durchgeführt ist,die besetzten russischen Gebiete zu räumen, soweit sichnicht aus 2 ein anderes ergibt.
2. Nachdem die russische Regierung für alle im Verbanddes Russischen Reiches lebenden Völker ein bis zur völligenAbsonderung gehendes Selbstbestimmungsrecht prokla-miert hat, nimmt sie Kenntnis von den Beschlüssen, worinder Volkswille ausgedrückt ist, für Polen, sowie fürLitauen, Kurland, Teile von Estland und Livland dievolle staatliche Selbständigkeit in Anspruch zu nehmenund aus dem russischen Reichsverbande auszuscheiden.Da in diesen Gebieten die Räumung nicht gemäß den268