Die Entscheidung
Herrschaft der Mehrheitsparteien hatte errichten helfenund das nicht nur als erster Vorkämpfer des parlamen-tarischen Regimes, sondern auch als erster Vorkämpferdes ,, Verständigungsfriedens" galt.
Die Nachricht von der Entlassung des Herrn von Kühl-mann und seiner Ersetzung durch Herrn von Hintze, demalldeutsche Neigungen nachgesagt wurden, schlug in denKreisen der Mehrheitsparteien wie eine Bombe ein. Manerregte sich nicht nur über den Wechsel an sich, sondernauch darüber, daß die Mehrheitsparteien vor der Ernennungdes neuen Staatssekretärs nicht gehört worden seien.Diesen Verstoß gegen den Geist des Parlamentarismusversuchte man zu reparieren, indem man in der offiziellenAnkündigung des Wechsels die endgültige Entschei-dung über die Ernennung des Herrn von Hintze als nochnicht erfolgt bezeichnete. Die Ernennung wurde in derTat formell erst vollzogen, nachdem Herr von Hintze denParteiführern vorgestellt worden war und der Reichs-kanzler im Hauptausschuß des Reichstags. Aufklärungengegeben hatte.
Der Reichskanzler führte bei dieser Gelegenheit aus, erhabe sich von Herrn von Kühlmann, dessen politische Er-fahrung und diplomatische Gewandtheit er lobend aner-kannte, trennen müssen, da das notwendige Vertrauens-verhältnis zwischen Kühlmann und ,, anderen Faktoren"nicht bestanden habe, ein Vertrauensverhältnis, dasfür eine reibungslose Führung der Geschäfte nicht
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