Zwiespältigkeit der deutschen Ostpolitik
mit den Bolschewiki verbinden? Oder sollten wir siefallen lassen und den Anschluß, der von dem nichtbolsche-wistischen Rußland bei uns gesucht wurde, gewähren?
Die weit überwiegenden Gründe schienen mir für dieletztere Alternative zu sprechen.
Wir mußten endlich aus der Zwiespältigkeit heraus,daß wir in den von uns besetzten baltischen Gebieten,in Finnland, in der Ukraine, im Dongebiet und im Kau-kasus die Bolschewiki bekämpften und in Großrußlandgemeinschaftliche Sache mit ihnen machten.
Wir durften unser Verhältnis zu dem künftigen Rußlandnicht durch ein Kleben an den Bolschewiki aufs Spielsetzen.
Nur wenn es gelang, in Großrußland selbst die Bol-schewikiherrschaft zu überwinden, konnten wir aufruhigere Verhältnisse im Osten und auf das Freiwerden einesgroßen Teiles der dort verzettelten Divisionen rechnen.
Nur wenn an die Stelle des Bolschewikiregiments eineneue Ordnung der Dinge trat, die das von den Bolschewikiin Grund und Boden ruinierte russische Wirtschaftslebenwieder aufrichtete und uns die von den Bolschewiki fort-gesetzt sabotierte Möglichkeit der Anknüpfung von Handels-beziehungen gab, konnten wir hoffen, aus den russischenHilfsquellen und Vorräten Erleichterungen für unsereWirtschaft und unsere Kriegführung zu gewinnen. Bisherwar alle Arbeit der zahlreichen wirtschaftlichen Sach-verständigen, die unserer Vertretung in Moskau zugeteilt
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