Die Zusatzverträge paraphiert
angeordnet hatte, da nach seiner Ansicht auch Peters-burg keine Gewähr für größere Sicherheit als Moskaubiete. Auf meine Meldung ließ mir der Staatssekretärsagen, daß er mich, da er unwohl sei, erst am nächstenNachmittag um fünf Uhr empfangen könne. Im Amterfuhr ich, daß der Staatssekretär beabsichtigte, amnächsten Abend nach Spa zum Vortrag beim Kaiserund Reichskanzler zu reisen. Ich teilte daraufhin demStaatssekretär mit, daß ich mich gleichfalls nach Spabegeben würde.
Ich erfuhr ferner, daß die Zusatzverträge fertiggestelltseien und daß Herr Kriege beabsichtige, sie im Laufedes Nachmittags mit Herrn Joffe zu paraphieren. DerWeggang der deutschen Vertretung von Moskau hatteoffenbar die russische Delegation stark beunruhigt undsie bestimmt, alles zu tun, um durch das sofortige Zustande-kommen der Zusatzverträge den anscheinend wankendenRückhalt bei der deutschen Regierung neu zu befestigen.Herr Joffe übernahm es, alsbald nach der Paraphierungmit den Verträgen nach Moskau zu reisen, um dort ihresofortige und unveränderte Annahme durchzusetzen. Auchder Sowjetregierung in Moskau, die ursprünglich denWeggang der deutschen Vertretung von Moskau ruhig auf-genommen hatte, kamen die ernstlichsten Sorgen wegender Aufrechterhaltung der damals für sie unentbehrlichenRückendeckung durch die deutsche Politik. Sie entschloẞsich, Herrn Radek in besonderer Mission nach Berlin zu
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