Übergabe auf Gnade und Ungnade
veranschlagendem Gewicht, die wertvolle Trümpfe inden Verhandlungen über die Bedingungen eines Waffen-stillstandes hätten sein können, und um den Preis vonDemütigungen, die im deutschen Volk die letzte Wider-standskraft zerstören mußten, hatte die deutsche Re-gierung nun also erreicht, was sie am ersten Tage hättehaben können, wenn sie sich mit bestimmten Vorschlägendirekt an die Kriegführenden gewandt hätte. Aber HerrWilson legte Wert darauf, jede Illusion gründlich zu zer-stören. Er eröffnete uns, daß nur ein Waffenstillstand inFrage kommen könne, der unsere Feinde ,, in der Lagebelieẞe, jede zu treffende Vereinbarung zu erzwingen undeine Erneuerung der Feindseligkeiten deutscherseits un-möglich zu machen". Das hieß Übergabe auf Gnade undUngnade. Es war bitterer Hohn, wenn der Präsident hin-zufügte, die Annahme eines solchen Waffenstillstandesdurch Deutschland werde der beste Beweis dafür sein,daß Deutschland die Grundbedingungen und Grundsätzeder ganzen Friedensaktion unzweideutig annehme. Imübrigen zeigte sich der Präsident mit den ihm notifiziertendeutschen Verfassungsänderungen noch nicht befriedigt;er müsse es offen aussprechen, daß die Völker derWelt kein Vertrauen in die Worte derjenigen setzten, diebisher die Herren der deutschen Politik gewesen seien,und daß beim Friedensschluß die Vertreter der VereinigtenStaaten einzig und allein mit echten Vertretern des deut-schen Volkes würden verhandeln können. Wenn die
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