1. Kapitel. Die Entstehung des Geldes. § 5.
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zum 1 /s Obolus (Wert der Goldmünze etwa 27 Pfennig, der Silbermünzeetwa 2 Pfennig) ausgeprägt!
Erst spät hat man, um dem Bedürfnis des Verkehrs nach kleinemGeld zu genügen, mit der Prägung von Kupfermünzen begonnen; inAthen erst zur Zeit des Perikles. Allgemeine Verbreitung hat dieKupferprägung in Griechenland erst im 4. Jahrhundert vor ChristiGeburt gefunden. 1 )
In Rom hat schon zur Zeit, als noch das Herdenvieh vorwiegendals Geld fungierte, ungeprägtes Kupfer gleichfalls als Tauschmittelgedient, und es hat allmählich das Vieh aus seiner Geldfunktion ver-drängt. Wie bereits erwähnt, wurde das Kupfer bis zur Zeit derDecemvirn zugewogen, wenn auch angeblich schon zur Zeit des KönigsServius grofse Kupferbarren mit bestimmten Zeichen versehen wordensind (aes signatum). Silbermünzen sind in Rom erst im Jahre 268 v. Chr.eingeführt worden, Goldmünzen erst gegen Ende der Republik . —
Wenn wir das Wesen der Münze einer genaueren Betrachtungunterziehen, so finden wir, dafs sie schon in der Form, in der sie unsbei ihrer Entstehung gegenübertritt, etwas mehr ist als ein durch eineStempelung nach Gewicht und Feinheit beglaubigter Metallbarren.Schon vor der Erfindung der Münze hatten in Phönizien grofse undallgemeines Vertrauen geniefsende Kaufleute Edelmetallbarren zur Er-sparung der Feingehaltsprüfung und des Wägens mit einer Stempelungversehen, und auch heute noch werden im Edelmetallhandel Barren mit gewissen Zeichen gestempelt, die ihre Feinheit und eventuell auchihr Gewicht angeben. Eine Stempelung zur Bezeichnung der Feinheitist sogar bei Gold- und Silberwaren ganz allgemein üblich. Aber ge-stempelte Barren wird an sich Niemand als Münzen bezeichnen, undzwar nicht nur aus dem Grunde, weil sie in ihrer Form und Gröfsenicht der Vorstellung entsprechen, die wir uns heute von der Münzemachen, weil sie verhältnismäfsig schwere Stäbe und Ziegel sind, diesich für den Uralauf als Geld, das von Hand zu Hand gehen soll, nichteignen. Es kommt vielmehr noch ein anderes, wichtigeres Momenthinzu. Bei den Barren ist die Stempelung durchaus individueller Natur;das einzelne Stück wird aufs genaueste untersucht und nach seinemFeingehalt bezeichnet; der Feingehalt ist rein individuell, und dieeinzelnen Barren zeigen selbst dann, wenn sie im grofsen Ganzen nacheinem einheitlichen Typus gegossen sind, Verschiedenheiten in derFeinheit und namentlich im Gewicht, die bei der Kostbarkeit desMetalls beachtet werden müssen. Bei den Münzen dagegen ist dieStempelung eine durchaus generelle, das einzelne Münzstück ist nicht,wie der einzelne Barren, ein besonderes Individuum für sich, sondern