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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
92
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92 Erstes Buch. II. Abschnitt. Die Gestaltung der Edelmetallverhältnisse.

deckung Amerikas von den Antillen und den Küsten des Golfes vonMexiko nach Europa versendet worden sind, wurden früher meist über-schätzt. Die Goldwäschereien der Spanier auf den Antillen haben nurauf Hispaniola in der Zeit von 1500 bis 1520 gröfsere Erträgnissegeliefert; 1516 war der Höhepunkt bereits überschritten. Lexis glaubt,dafs man eher zu hoch als zu niedrig greift, wenn man den ganzenGoldertrag Amerikas von 1500 bis 1521 auf 15 Mill. Mark veran-schlagt. In den folgenden Jahrzehnten lieferte die Plünderung der inMexiko und Peru aufgehäuften Schätze sowie die Aufnahme des Gold-bergbaus in Mexiko und Südamerika für die damalige Zeit erheblicheBeiträge zur Goldversorgung Europas. Freilich hat die genauerePrüfung ergeben,' dafs die früheren Berichte über die Goldausbeute injenen Ländern stark übertrieben waren. Lexis schätzt, in der Haupt-sache im Anschlufs an Soetbeee , für die Zeit von 1522 bis 1547 dasin Mexiko erbeutete und produzierte Gold auf höchstens 80 Mill. Mark,das sind 3,2 Mill. Mark im Jahresdurchschnitt; für die Zeit von 1548bis 1700 nimmt er einen durchschnittlichen jährlichen Goldertrag dermexikanischen Bergwerke von höchstens 1 Mill. Mark an, für das18. Jahrhundert eine allmähliche Steigerung des jährlichen Ertrags bisauf 4 Mill. Mark. Die gesamte Goldbeute der Spanier in Peru wirdauf etwa 20 Mill. Mark, veranschlagt, von denen allein etwa16 Millionen auf das bekannte Lösegeld Atahualpas kamen. DieErträgnisse der stellenweise reichen Waschgoldlager im Gebiete desdamaligen Yicekönigreichs Peru (einschl. des heutigen Ecuador undBolivia) werden für die Zeit von 1534 bis zum Ende des 16. Jahr-hunderts auf 210 Mill. Mark, (etwa 3,2 Mill. Mark im Jahresdurch-schnitt), für das siebzehnte Jahrhundert auf 4,5 Mill. Mark im .Jahres-durchschnitt geschätzt. Einige Millionen Mark pro Jahr lieferte seit derMitte des 16. Jahrhunderts auch die Goldgewinnung in Chile. Fürdas wichtigste Goldproduktionsland von der zweiten Hälfte des 16. biszum Ende des 17. Jahrhunderts hält Soetbeee Neugranada. Schon inden 30 er Jahren des 16. Jahrhunderts fanden die Spanier dort imBesitze der Eingeborenen erhebliche Goldmengen. Soetbeee schätztdas durch Plünderung und später durch Goldwäscherei gewonnene Goldfür die Zeit von 1537 bis 1600 auf 5,58 Mill. Mark im Jahresdurch-schnitt, für das 17. Jahrhundert auf 9 3 /4 Mill. Mark, für die ersteHälfte des 18. Jahrhunderts auf nahezu 14 Mill. Mark. Lexis hältdiese Zahlen für erheblich zu hoch gegriffen; nach seinen Angabenwäre für die Zeit von 1537 bis 1600 nur eine jährliche Durchschnitts-ausbeute von 3,2 Mill. Mark, für das 17. Jahrhundert eine solche von6,8 Mill. Mark, für das 18. Jahrhundert 7,8 Mill. Mark anzunehmen.

Nach den SoETBEEBSchen Schätzungen ist in dieser ersten Periodedie für Europa in Betracht kommende jährliche Goldgewinnung ins-