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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
112
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112 Erstes Buch. II. Abschnitt. Die Gestaltung der Edelmetallverhältnisse.

die regelmäfsigen Notierungen des Gold- bzw. Silberpreises der Ham-burger Börse ein zuverlässiges Material. In neuerer Zeit wird denBerechnungen des Wertverhältnisses meist der in London notierteSilberpreis zu Grunde gelegt.

Hinsichtlich der Zuverlässigkeit des für die frühere Zeit ermitteltenWertverhältnisses gilt Ähnliches,, wie für die Ziffern der Edelmetall-produktion. Soetbeek selbst hebt hervor, dafs trotz aller Vorsichtund Sorgfalt bei der Auswahl und Verwertung des Materials seineAngaben nur als ungefähre Schätzungen zu betrachten sind, schondeshalb, weil bei dem unvollkommenen Zustande der Verkehrsmittel zugleicher Zeit an verschiedenen Orten erhebliche Unterschiede sowie amgleichen Orte rasch auf einander folgende Schwankungen im gegen-seitigen Werte der Edelmetalle vorkamen.

In der neueren Zeit sind die örtlichen Abweichungen des Wert-verhältnisses auf ein Minimum reduziert. Für Einzeluntersuchungenkommen aufser den Londoner Notierungen heute vor allem die Notie-rungen an der Newyorker, Hamburger und Pariser Börse in Betracht.

Das Wertverhältnis zwischen Silber und Gold.

Durchschnittszahlen für längere Perioden von 15011900.

Perioden

'

1 kg Gold= wievielkg Silber

Perioden

1 kg Gold= wievielkg Silber

Perioden

1 kg Gold= wievielkg Silber

150120

10,75

170120

15,21

185155

15,41

152140

11,25

172140

15,08

1856 60

15,30

154160

11,30

174160

14,75

186165

15,40

156180

11,50

176180

14,72

186670

15,55

15811600

11,80

17811800

15,09

187175

15,97

160120

12,25

180110

15,61

187680

17,81

162140

14,00

181120

15,51

188185

18,63

164160

14,50

182130

15,80

188690

21,16

166180

15,00

183140

15,75

189195

26,32

16811700

15,00

184150

15,83

18961900

33,45

Ein Überblick über die Gesamtentwicklung der Wertrelation vonGold und Silber zeigt, dals vom Beginn des 16. Jahrhunderts an dasSilber imVerhältnis zum Gold erheblich und fast ununterbrochen im Wertegesunken ist. Eine nennenswerte Ausnahme machen nur die Perioden1720 bis 1780 und 1850 bis 1865, in denen der Silberwert im Verhältniszum Goldwert eine kleine und vorübergehende Steigerung erfuhr.

Die Intensität der relativen Wertverringerung des Silbers istjedoch in den einzelnen Zeitabschnitten sehr verschieden. Währenddes ganzen 16. Jahrhunderts und in den ersten beiden Jahrzehnten des17. Jahrhunderts bröckelte der Silberwert allmählich, aber ununter-brochen ab; die Periode 1601 bis 1620 zeigte eine durchschnittlicheWertrelation von 1:12,25 gegen 1:10,75 ein Jahrhundert zuvor; daswar eine Entwertung des Silbers um etwa 12 Prozent im Laufe von