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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
135
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4. Kapitel. Die Wandlungen im monetären Gebrauch der Edelmetalle. § 3. 135

Mehrausfuhr von Waren

Durchschnittlich pro Fiskaljahr (1000 Rupien)

1840/411849/50 65170

1850/511859/60 88240

1860/61-1864/65 254110

1865/661869/70 201000

Auf Grund dieser Verhältnisse nahm die Silberausfuhr nach Indieneinen gewaltigen Umfang an. In einzelnen Jahren überstieg IndiensNettoeinfuhr von Silber die gesamte gleichzeitige Neuproduktion derErde, wie sich aus folgender Zusammenstellung ergiebt.

Perioden(Durchschnittl.)

Silberproduktionkg

Mehreinfuhr vonIndien1000 Rupien

Silber inkg')

Uberschufs derSilberproduktionüber die indischeSilbereinfuhr

184150

780 415

15 325

163 900

616 515

185155

886115

21846

233 650

652 465

185660

904 990

100 725

1 077 380

172390

186165

1 101150

99 680

1 066 100

35 050

186070

1 339 085

94 290

1 008 450

350 050

1) 93,5 Rupien = 1 kg Silber.

In der zweiten Hälfte der 50 er Jahre hat mithin Indien etwa172000 kg Silber pro Jahr mehr absorbiert, als gleichzeitig neu pro-duziert wurde, und auch in der ersten Hälfte der 60er Jahre bliebfür die Welt aufserhalb Indiens nur ein ganz unbedeutender Teil (etwa3,2 Proz.) der Silberproduktion verfügbar. Ihren höchsten Betrag er-reichte die indische Mehreinfuhr von Silber im Fiskaljahre 1865/66 mit186687 000 Rupien = etwa 2 Mill. kg Silber bei einer Weltproduktionvon nur etwa 1,2 Mill. kg. Die folgenden Jahre brachten dann einerasche und starke Abnahme der indischen Silbernachfrage.

Die gesteigerte Goldgewinnung und die vermehrte Silbernachfragebewirkten zunächst einen Umschwung im Wertverhältnis der beidenEdelmetalle. Während seit dem Ende des 18. Jahrhunderts der Silber-wert eine im grofsen Ganzen sinkende Tendenz gezeigt hatte, fing erjetzt an in die Höhe zu gehen. Die Notierung des Silbers in London zeigte eine steigende Bewegung (vgl. Tabelle auf S. 115). Der Durch-schnittspreis des Jahres 1859 war 62 '/ ig d, das entsprechende Wert-verhältnis 1 : 15,19. Der höchste Silberpreis war 62 3 /i entsprechendeinem Wertverhältnis von 1: 15,03. Die Steigerung des Silberwertesübertrug sich auch auf Frankreich. Von 1850 an zeigte die bishernur unbedeutendeprime" auf Silber eine beträchtliche Steigerung, undan die Stelle des Aufschlags auf Gold wurde während längerer Zeit-räumeperte" notiert. Der Silberpreis erreichte seinen höchsten Standim Laufe des Jahres 1864 mit 38 Promille prime; aus dieser Notierung unddem gleichzeitigen Goldpreise ergab sich ein Wertverhältnis von 15,15:1.