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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
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5. Kapitel. Die deutsche Münzreform. § 6.

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1-Markstücke 203512200

50-Pfennigstticke 71450 831

20- 6 30382 8

Summe der Silbermünzen 5649396423. Nickel- und Kupfermünzen.

Summe 84 930 468Von den Goldmünzen dürfte nach Abzug- der für industrielle Zweckeeingeschmolzenen und auf ausländischen Münzstätten umgeprägtenStücke am Ende des Jahres 1901 noch ein Betrag von etwa 3 MilliardenMark vorhanden gewesen sein; dem Bestände an Reichsgoldmünzen istder Vorrat an Goldbarren und fremden Goldmünzen, der in der Reichs-bank als Notendeckung dient und im Jahre 1901 durchschnittlich179 Mill. Mark betragen hat, hinzuzurechnen. Der monetäre Gold-vorrat Deutschlands würde sich demnach auf 3180 Mill. Mark berechnen.Bei den Reichssilbermünzen wird man in Berücksichtigung der Ab-gänge durch Verschleuderung etc. einen Bestand von rund 550 Mill. Markannehmen dürfen. Dazu kommen noch Tlialer im Betrage von etwa330 Mill. Mark, sodafs sich das deutsche Silbergeld insgesamt auf einenBetrag von 880 Mill. Mark stellen würde. Setzt man für die Nickel-und Kupfermünzen 80 Mill. Mark ein, so erhält man einen Gesamt-geldvorrat von etwa 4140 Mill. Mark, von dem 3180 Millionen, alsoungefähr drei Viertel, auf das Gold kommen.

Was die papiernen Cirkulationsmittel anlangt, so entfällt ein fest-stehender Betrag von 120 Mill. Mark auf die Reichskassenscheine. Diedurchschnittliche Notenausgabe der Reichsbank hat im Jahre 19011190,2 Mill. Mark, die der Privatnotenbanken 158,6 Mill. Mark be-tragen, der gesamte deutsche Notenumlauf stellte sich mithin auf1348,8 Mill. Mark, der gesamte Papierumlauf auf rund 1470 Mill. Mark.Der durch Metall nicht gedeckte Notenumlauf betrug jedoch bei einemMetallbestande der deutschen Notenbanken von insgesamt 992,5 Mill.Mark nur 356.3 Mill. Mark; rechnet man dazu die 120 Mill. MarkReichskassenscheine, für die eine Deckung nicht vorhanden ist, so er-giebt sich ein Betrag von etwa 476 Mill. Mark ungedeckter Papier-scheine. Das ungedeckte Papier machte mithin im Durchschnitt desJahres 1901 noch nicht ein Achtel des Metallgeldvorrates und nochnicht ein Sechstel des Goldvorrates aus.

Weitaus der gröfste Teil der deutschen Umlaufsmittel bestehtmithin aus Gold.

Welche Wandlungen sich seit dem Beginn der Münzreform undseit ihrem verfrühten Abschlufs im Jahre 1879 in der Gröfse und derZusammensetzung des deutschen Metallgeldbestandes vollzogen haben,ergiebt sich aus der folgenden Übersicht: